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Haltung und Mast

Argentinien riegelt Rindfleischexport vorläufig ab

von , am
18.12.2009

Buenos Aires - Angesichts steigender Rindfleischpreise vor den Weihnachtstagen hat Argentinien den Exportmarkt dicht gemacht, um die Versorgung im Land zu sichern.

© agrarfoto.com

Die Agrarhandelsbehörde Oncca vergibt seit Beginn der Woche keine Ausfuhrlizenzen mehr und könnte Geschäfte für 15 weitere Tage blockieren, sagte Miguel Schiaritti, Präsident der Rindfleischkammer Ciccra, laut Dow Jones News. Im Januar und Februar, wenn sich die Nachfrage wieder beruhigt, sollten die Exporte zwar wieder anziehen, im April und Mai sei jedoch mit einem noch größeren Engpass und weiteren Ausfuhrbeschränkungen zu rechnen, erläuterte Schiaritti weiter. Bereits im Jahr 2008 hatte die Regierung mehrfach die Exporte begrenzt, um die inländischen Verbraucher von den international steigenden Rindfleischpreisen abzuschirmen. Dieses Jahr wurden Ausfuhren hingegen bisher gefördert, da die im Zuge der weltweiten Finanzkrise fallenden Preise sowie eine höhere Produktion im Land die Versorgung mit günstigem Rindfleisch sicherten. Im Zeitraum Januar bis Oktober beliefen sich die entsprechenden argentinischen Exporte laut der Tiergesundheitsbehörde Senasa auf 476.762 Tonnen - nach 317.267 Tonnen im selben Zeitraum 2008.

Argentinien rutscht auf der Weltrangliste der Rindfleischexporteure ab

Das US-Agrarministerium USDA erwartet jedoch, dass das südamerikanische Land im Jahr 2010 nur noch den sechsten Platz auf der Weltrangliste der Rindfleischexporteure einnehmen wird. 2005 hatte Argentinien immerhin den dritten Platz erreicht. Die Produktion soll demnach im kommenden Jahr um 13 Prozent auf 2,8 Millionen Tonnen zurückgehen. In Argentinien hatte eine Dürreperiode zu vermehrten Schlachtungen und Verkäufen von Viehbeständen geführt. Die Rindfleischkammer geht davon aus, dass das Land 2009 zum bisherigen Schlachtungsrekord von 16 Millionen Tieren aus dem Jahr 1978 aufschließen wird.

Wie der Ciccra-Präsident weiter mitteilte, wird Argentinien die sogenannte Hilton-Quote für Rindfleischexporte in die EU auch angesichts zu erwartender Ausfuhrbeschränkungen nicht erfüllen. Europa gewährt Importen von qualitativ hochwertiger Ware aus Argentinien innerhalb der Hilton-Quote Steuernachlässe. Das Kontingent liegt bei 28.000 t im laufenden Geschäftsjahr (01.07. bis 31.06.). Das halbe Geschäftsjahr 2009/10 sei bereits abgelaufen und bisher seien erst 20 Prozent der Quote erfüllt, erläuterte Schiaritti weiter. (aiz)

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