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Halbjahresbilanz

Arla Foods zahlte 26,66 Cent/kg Milch im Halbjahr 2016

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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
26.08.2016

Arla Foods hat den deutschen Mitgliedern im ersten Halbjahr im Schnitt 26,66 Cent/kg Milch ausgezahlt. Die Milchanlieferung ging zuletzt deutlich zurück.

Die aktuellen Probleme des internationalen Milchmarkts spiegeln sich in Arlas Milchabnahmepreis in der ersten Jahreshälfte 2016 von 30 Eurocent pro Kilogramm wider. "Die schwierige Marktsituation beeinträchtigte den Milchpreis für unsere Genossenschaftsmitglieder, die die Folgen des Überangebots an Milch in Europa zu tragen haben. Doch trotz dieser schwierigen Marktbedingungen haben wir einen Milchpreis zahlen können, der über dem unserer meisten Mitbewerber liegt", meint Åke Hantoft, Aufsichtsratsvorsitzender von Arla Foods bei der Vorstellung der Halbjahresbilanz.

Dem Milchabnahmepreis des dänischen Unternehmens liegt ein Fettgehalt von 4,2 % und ein Eiweißgehalt von 3,4 % zu Grunde. Zudem sind die individuelle sowie kollektive Konsolidierung und die erwartete Nachzahlung enthalten. Auf den Basismilchpreis heruntergebrochen haben die deutschen Milcherzeuger von der Arla damit im ersten Halbjahr 26,66 Cent/kg Milch erhalten.

Arla Foods: Landwirte liefern weniger Milch

Auch die Landwirte der Arla Foods liefern weniger Milch. So liegt die Milchproduktion nach Unternehmensangaben aktuell ein Prozent unter dem Produktionsniveau des vergleichbaren Vorjahreszeitraums. In erster Linie sei dies eine Reaktion der Landwirte auf den niedrigen Milchauszahlungspreis. Entgegen des noch zu Beginn des Jahres prognostizierten Wachstums der Milchanlieferung um 0,9 Prozent zeichne sich bei Arla eine deutliche Reduzierung der Milchproduktion ab.

Für das laufende Jahr 2016 erwartet der Konzern, dass die gesamte Milchlieferung etwa ein Prozent unter dem Jahresniveau von 2015 liegen wird. Für 2016 hatte Arla Foods in Europa ursprünglich ein Wachstum von mehr als einem Prozent erwartet. So lag die angelieferte Menge in den ersten Monaten des Jahres noch mehr als fünf Prozent über jener des Vojahres.

"Nach der Abschaffung der Milchquoten im vergangenen Jahr wurde die Milchproduktion beträchtlich gesteigert. Es war zu erwarten, dass dieses Wachstum nicht ewig anhält", erklärt Thomas Carstensen, verantwortlich für Milk and Trading bei Arla Foods.

Arla-Halbjahresbilanz: 'Solide Ergebnisse in schwierigen Zeiten'

"Solide Ergebnisse in schwierigen Zeiten", so fasst der Konzern die Ergebnisse des ersten Halbjahres zusammen. So sei beispielsweise der Umsatz im Bereich der strategischen Marken in der ersten Jahreshälfte 2016 um 6,1 Prozent gestiegen (gegenüber 3,1 Prozent im Vorjahreszeitraum) und das obwohl sinkende Marktpreise in Europa negative Auswirkungen auf den Umsatzerlös des Konzerns hatten.

Die Aussichten für das zweite Halbjahr 2016 sind demzufolge positiv. Arla Foods hält an seinen Gewinnerwartungen für das Gesamtjahr fest und rechnet mit einer Erhöhung des Milchpreises für seine Landwirte.

  • Der Umsatzerlös von Arla Foods betrug im ersten Halbjahr 2016 4,9 Milliarden Euro. Dies bedeutet einen Rückgang von 5,3 Prozent gegenüber der ersten Jahreshälfte 2015.
  • Im ersten Halbjahr 2016 stieg die von Arla verarbeitete Milchmenge um 1,9 Prozent auf 7,2 Milliarden Kilogramm.

"Unsere Molkereien haben effektiv 119 Millionen Kilogramm zusätzliche Milch von unseren Genossenschaftsmitgliedern verarbeitet. Unsere Marketingteams sorgten in allen Märkten proaktiv dafür, dass diese zusätzliche Menge an den Einzelhandel und die Gastronomie verkauft wurde, statt am weniger rentablen Rohstoffmarkt", erklärt Peder Tuborgh, Vorstandsvorsitzender von Arla Foods.

Kostensenkung wird fortgeführt

Arla arbeitet auch weiterhin daran, die angestrebte Senkung der Gesamtkosten zu verwirklichen. Bis Ende 2019 sollen die Kosten um 400 Millionen Euro gesenkt werden. Die ersten 100 Millionen Euro an Einsparungen werden voraussichtlich bis Jahresende erreicht werden. In der ersten Jahreshälfte 2016 hat Arla seine Organisation umstrukturiert und 500 Mitarbeiter entlassen.

Arla erwartet, dass der Gesamtjahresumsatz zwischen 9,5 und 9,8 Milliarden Euro liegen wird. In der zweiten Jahreshälfte 2016 wird eine stabilere Marktlage erwartet.

"Für das zweite Halbjahr 2016 ist ein positiver Trend erkennbar. Die Milchproduktion in Europa geht zurück und die Preise beginnen sich zu erholen. Gegen Jahresende erwarten wir eine Verbesserung der Marktsituation. Unser Erfolg in der zweiten Jahreshälfte 2016 hängt von unserer Fähigkeit ab, weiterhin unsere Strategie ‚Good Growth 2020‘ zu verfolgen und dadurch den Milchpreis für unsere stark unter Druck geratenen Genossenschaftsmitglieder zu erhöhen", erklärt Peder Tuborgh.

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