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Anbindestall

Aufreger: Anbindehaltung von Kühen nicht verbieten

Kühe in Anbindestall
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Eva Eckinger, agrarheute
am
23.01.2018

Bayern, Baden-Württemberg und die entsprechenden Landesbauernverbände wollen die Anbindehaltung weiterentwickeln und wehren sich gegen ein Verbot. Das löste bei unseren Lesern eine Diskussion aus.

BayernBaden-Württemberg und die entsprechenden Landesbauernverbände BBV, LBV und BLHV lehnen ein gesetzliches Verbot der ganzjährigen Anbindehaltung ab. Dazu haben die Länderagrarministerien und der Berufsstand eine entsprechende Erklärung unterzeichnet. 

Stattdessen plädieren sie dafür, die Betriebe bei ihrer Weiterentwicklung weg von der ganzjährigen Anbindehaltung mit aller Kraft zu unterstützen, um so die flächendeckende Milchviehhaltung zu erhalten.

Diskussion um Anbindehaltung auf Facebook

Dieser Apell löste bei unseren Usern auf Facebook eine heftige Diskussion aus. Rajko H. sieht die Anbindehaltung sehr kritisch. Er meint, es sei nicht mehr zeitgemäß und habe mit Tierwohl nichts mehr zu tun.

Josef S. entgegnet hierauf: "Einen Anbindestall hat man nicht, weil es Spaß macht, und es werden auch keine Neuen mehr gebaut. Die bestehenden gibt es noch, weil z.B. die Weiterführung des Betriebes nicht sicher ist und die Zeit bis zur Rente zu kurz ist, um neu zu bauen. Eine Entscheidung zu treffen würde sicher leichter fallen, wenn es endlich gelingen würde den Milchmarkt zu stabilisieren. Alle drei Jahre ein Preiszusammenbruch ist motiviert sicher nicht zu Investitionen."

Laufställe 'nicht immer tiergerechter'

Anbindehaltung auf Facebook

Dani T. findet diese Haltungsform nicht schlecht: "Ich denke, Verbraucher sollten sich mal eine Anbindehaltung anschauen, in der der Bauer seine Tiere noch wirklich schätzt. Dann wird jeder feststellen können, dass ein mittelmäßiger Laufstall [...] nicht immer besser und artgerechter sein muss.

Die Kühe auf der Weide kommen fast ausschließlich aus Anbindehaltung. Warum sollte man sich mit einem Laufstall noch diesen Stress antun? Kuhweiden werden dann halt irgendwann Geschichte sein. Weil ein Verbraucher im dritten Stock eines Wohnblocks meint, ganz genau zu wissen, was eine Kuh wirklich glücklich macht. Geht in Kuhställe und schaut euch alles genau an, dann bekommt man einen echten Eindruck!"

Betriebe mit Anbindehaltung sterben aus

Christoph S. ist der Meinung, man solle das Ganze nicht überbewerten, da die meisten Betriebe mit Anbindehaltung keine Nachfolger haben und sowieso in absehbarer Zeit aufhören würden. "Ist ja auch verständlich. Man kann doch wegen zehn Jahren nicht nochmal einen neuen Stall bauen", so Christoph.

Markus G. gibt zu Bedenken: "Das ist alles schön und gut. Aber was machen wir, wenn eines Tages die Molkereien sagen, sie nehmen die Milch aus der Anbindehaltung nicht mehr an?"

Kuhpaddock: Zwei Stunden Auslauf für Kühe

Andrea B. findet: "Wer heute noch an der Anbindehaltung festhalten will, müsste ebenso wie Pferdehalter gesetzlich dazu angehalten werden den Tieren zwei Stunden am Tage frei laufen und Sozialkontakt zu pflegen ermöglichen. Dann muss halt eine einfache Bewegungshalle oder ein großer, befestigter Paddock her. Klappt bei den Pferden doch heutzutage auch schon überall. [...] Wenn die Kühe dann zum füttern, melken und über Nacht angebunden werden könnte ich es mit meinem Gewissen vereinbaren."

Mit Material von Facebook

Konzeptstudien zum "Stall der Zukunft"

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