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Milchproduktion

Auktion: Milchfett schwächer, Pulverpreise stabil

von , am
20.02.2014

Um 1,2 Prozent sind die Auktionspreise an der globalen Handelsbörse für Milchprodukte (Global Dairy Trade) zurückgegangen. Die Indexschwergewichte Voll- und Magermilchpulver blieben jedoch nahezu unverändert.

Mittlerweile fürchten Experten, dass die hohen Milchpreise den Verbrauch drosseln könnten. © tinadefortunata/Fotolia.com
Verantwortlich für den Preisrückgang sind kräftige Preisabschläge für fettbasierte Milchprodukte wie Butter und wasserfreies Milchfett (AMF), aber auch für Milchproteinkonzentrat und Kasein.
 
Leicht nachgegeben haben zudem die Preise für Käse. Diese Entwicklung passt im Wesentlichen auch zur derzeitigen Entwicklung der internationalen Exportpreise. So haben die Preise für Butter an den europäischen Exporthäfen zuletzt deutlich nachgegeben, während die Ausfuhrpreise für Milchpulver stabil blieben. Insgesamt bleiben die Preise für alle Produkte jedoch sehr hoch und liegen je nach Produkt zwischen 30 und 50 Prozent (%) über dem Wert des letzten Jahres.

Hohe Preise könnten Verbrauch drosseln

Im Schnitt haben die Preise auf der aktuellen Auktion um - 1,2 Prozent (%) nachgegeben, nachdem es bei den beiden Handelsrunden zuvor leichte Preisaufschläge gab. Im Mittel lagen die Preise jedoch knapp 40 % höher als im letzten Jahr. Gleichzeitig hält sich der aus den gehandelten Produkten und den Handelsmengen gebildete Durchschnittspreis der Auktion weiterhin knapp über der Marke von 3.700 Euro je Tonne und damit nahe an dem bisherigen Rekordwert.
 
Analysten befürchten mittlerweile, dass große industrielle Verarbeiter wegen der hohen Preise für Milchprodukte nach Alternativen beim Rohstoffeinsatz suchen könnten. Das war bereits einmal im Jahr 2008 der Fall, als die hohen Milchpreise auch in Deutschland zum verstärkten Einsatz von pflanzlichen Ölen und Fetten in industriellen Rezepturen geführt hatten.

Angebot wächst weiter

Trotz des saisonalen Angebotsrückgangs liegt die Angebotsmenge an Rohmilch in Europa und in Neuseeland weiter über der Produktionsmenge des Vorjahres. Für Neuseeland rechnen Analysten für das Kalenderjahr 2014 mit einer Mehrproduktion von insgesamt 5,7 Prozent.
 
Aus Europa meldet man ebenfalls über dem Vorjahr liegende Produktionszahlen. Für den Dezember meldete man aus Frankreich eine Anlieferung, die 5,0 % größer war als im Jahr zuvor. In Großbritannien erzeugten die Landwirte im Dezember und im Januar über zehn Prozent mehr Milch. In Deutschland lag die Produktion rund 3,9 % höher als im Vorjahr, in den Niederlande um 5,4 % und Irland übertraf die Anlieferung den Vorjahreswert im Dezember um 26 %.
Die vollständige Meldung finden Sie hier ...

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