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Molkereien

Nach Ausstieg aus dem DMK: Wohin fließt die Milch?

Milchanlieferung im DMK-Werk Zeven
Josef Koch, dlz agrarmagazin
am
08.03.2017

In den vergangenen Monaten verließen einige Landwirte das DMK. Die unzufriedenen Milchbauern gründen unter anderem Milcherzeugergemeinschaften oder finden andere Abnehmer.

Podium AbL-Tagung

Die Milcherzeuger, die bei der größten deutschen Molkerei Deutsches Milchkontor (DMK) gekündigt haben, gehen unterschiedliche Wege in der Vermarktung, aber sie finden Alternativen zur DMK. Das zeigte sich auf der Milchtagung der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) und Katholischer Landjugendbewegung (KLJB) in Warburg-Hardehausen.

Auf dem Podium der Milchtagung berichteten Milcherzeuger aus unterschiedlichen Regionen des DMK-Einzugsgebietes über praktische Alternativen.

MEG Osnabrück berichtet über Gründung

Ansgar Stockhoff und Elisabeth Jankrift aus Glandorf bei Osnabrück haben die Milcherzeuger-Gemeinschaft (MEG) Osnabrück als wirtschaftlichen Verein gegründet. Diese MEG verhandelt im Auftrag der Mitglieder mit unterschiedlichen Molkereien über die Milchlieferung. "Festgelegt werden Menge, Preis und Qualitätskriterien. Wir reden da mit den Molkereien auf Augenhöhe und bestimmen selbst mit. Darauf kommt es an", erklärte Stockhoff.

20 Millionen kg habe die MEG Osnabrück bisher gebündelt, berichtete die Schriftführerin der MEG Osnabrück Elisabeth Jankrift. Diese MEG arbeite eng mit der übergeordneten Nord-MEG zusammen, insbesondere in rechtlichen Fragen.

Die MEG Osnabrück habe jüngst auch Berufskollegen im Münsterland-Kreis Coesfeld bei der Gründung einer eigenen Erzeugergemeinschaft unterstützt. Dort hätten sich Kollegen, die beim DMK gekündigt haben, aber für die Form eines Geschäftsfeldes beim bundesweiten MEG Milchboard entschieden. Das erfordere deutlich weniger Aufwand vor Ort als eine eigenständige MEG.

DMK wird Milch verlieren

Antonius Tillmann, der Kreisvorsitzende Höxter des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), hat zum Ende 2017 beim DMK gekündigt. Bereits im Sommer 2015 habe er alle Milcherzeuger im Kreis zu einer Versammlung eingeladen mit dem Ziel, eine Erzeugergemeinschaft zu gründen, so Tillmann. Das Interesse daran sei aber zu gering gewesen, so dass nun eine größere Anzahl Betriebe zu einer anderen größeren Molkereigenossenschaft gewechselt sei.

Etwas anders gehen Milchbauern in der niedersächsischen Grafschaft Bentheim vor, wie Gerhard Reinink ausführte. Sie liefern schon bisher nicht einzeln, sondern gebündelt als eigene kleinere Genossenschaft an das DMK. Für die Zeit nach Auslaufen des Liefervertrages hat diese Emlichheimer Milchgenossenschaft einen neuen Abnehmer gefunden, bleibt aber als Genossenschaft weiter eigenständig.

Beim Deutschen Milchkontor (DMK) haben nach Angaben der Molkerei die Erzeuger derzeit 25 Prozent der Milchlieferung bis spätestens Ende 2018 gekündigt.

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