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Milchkrise

Ausstieg aus der Milchproduktion: Ein Schicksalsbericht

Kühe werden gemolken
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Anke Fritz, agrarheute
am
07.11.2016

Der Milchpreis steigt wieder leicht, doch für viele Agrarbetriebe zu spät. Bundesweit geben Landwirte die Milchproduktion auf und verkaufen ihr Vieh. Auch in einem Dorf bei Schwerin, wird bald nicht mehr gemolken.

In der seit mehr als zwei Jahren anhaltenden Milchmarktkrise stellten in Deutschland laut Bundesagrarministerium rund 5.000 Betriebe die Milchproduktion ein. Knapp 2.000 Höfe davon gaben zwischen November 2015 und Mai 2016 auf, die Zahl der Milchviehbetriebe sank auf 71.300. Allerdings blieb die Zahl der Kühe fast konstant bei rund 4,3 Millionen Stück Vieh.

Milchproduktion Cramonshagen: Erlöse reichten nicht aus

Milchkuh Nummer "6259" steht verloren im Stroh. Mit nur noch wenigen Artgenossen teilt sie sich den weitläufigen Stall von Böken bei Cramonshagen. Hier haben die verbliebenen Schwarzbunten der Landwirtschaftlichen Erzeugergemeinschaft des Dorfes bei Schwerin viel Platz zum Liegen, Fressen, Wiederkäuen.

Noch wird im Betrieb zweimal täglich gemolken, doch bald sind auch die letzten Tiere verkauft. Wegen zu geringer Erlöse ist die Milchproduktion in der 300-Seelen-Gemeinde zum Auslaufmodell geworden.

Biogasanlage wird bis Ende des Jahres geschlossen

"Seit Menschengedenken gab's hier Kühe", sagt Bürgermeister Reinhard Eggemann. "Ich sehe es nicht als Fortschritt, wenn die jetzt abgeschafft werden." Wie viele Höfe bundesweit gibt die Genossenschaft die Milchviehhaltung auf, wie Vorstandsvorsitzender David Kureck sagt.

Die letzten der einst 400 Kühe werden Mitte November abtransportiert, die alten Ställe danach abgerissen. Wegen der fehlenden Gülle würde auch die sanierungsbedürftige Biogasanlage bis Jahresende eingestellt werden. Sieben von 14 Beschäftigten verlieren ihren Job.

Tiere werden in moderne Anlagen verkauft

Die Kühe von Cramonshagen gehen nicht alle zum Schlachter. Zwei Drittel, die Besten, verkaufe die Genossenschaft an Erzeuger in Norddeutschland, sagt Kureck. In moderneren Anlagen, in denen mehr Komfort herrsche und öfter gemolken werde, könnten seine verkauften Tiere dann noch mehr Milch geben als bisher, vermutet der 36-jährige Landwirt. "Am Ende wird nicht weniger produziert", sagt er.

Betreibsleiter: 'Wirtschaftliches Arbeiten war nicht möglich'

Der Abschied von den Kühen tue weh, sei aber unausweichlich, sagt der Betriebschef. Zumal noch kürzlich die Entscheidung anstand, Stallungen und Melkanlage für Millionen-Investitionen zu modernisieren oder neu zu bauen. In den über 40 Jahre alten Gebäuden war kein wirtschaftliches Arbeiten mehr möglich.

Doch selbst in Mecklenburg wird der Bau neuer Viehbetriebe von Anwohnern nicht gern gesehen, es gibt allerorten Proteste gegen landwirtschaftliche Großprojekte. Das Risiko war einfach zu groß, wie Kureck betont. "Milchproduktion ist ein Massenmarkt. Das Spiel heißt Wachsen oder Weichen."

Ackerbau statt Milchproduktion

Die Zukunft seines Betriebes sieht Kureck nicht mehr in der Viehwirtschaft, sondern im Ackerbau. Er wolle jetzt umstrukturieren und auf den gut 1.100 Hektar neben Raps, Weizen, Gerste auch Leguminosen anbauen.

Mit Material von dpa

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