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Milchproduktion

Australien: Milcherzeugung tritt auf der Stelle

von , am
14.05.2011

Canberra - Australien wird seine Molkereiexporte mittelfristig nicht nennenswert steigern. Darauf deutet der Jahresbericht 2011 der nationalen Branchenorganisation Dairy Australia hin.

Die neuseeländischen Milchbauern haben ihre Produktion deutlich gedrosselt. © Mühlhausen/landpixel
Im Milchwirtschaftsjahr 2010/11, das in Australien am 30. Juni endet, dürfte die Produktion im Vergleich zum Vorjahr um knapp ein Prozent auf 9,1 Milliarden Liter zunehmen. Die Ausfuhren wuchsen von Juli 2010 bis März 2011 um 2,3 Prozent auf 586.671 Tonnen Milch und Milcherzeugnisse. Für das Jahr darauf erwarten die Experten ebenfalls nur ein leichtes Produktionsplus auf 9,25 Milliarden Liter. Auch mittelfristig zeichnet sich eine Stagnation ab. Bis 2013/14 rechnet Dairy Australia mit einer Milcherzeugung in der Größenordnung von 9,2 bis 9,5 Milliarden Liter.
 
Dabei sind die äußeren Umstände für die australischen Farmer zumindest in der wichtigsten Milchregion im Süden des Kontinents besser als je zuvor in den vergangenen zehn Jahren. Ergiebige Niederschläge haben zu einer guten Futtergrundlage und einer ausreichenden Wasserversorgung geführt. Teilweise fiel sogar mehr Regen, als gut war für die Weiden.

Farmer müssen Finanzen stabilisieren

Die Nachfrage auf dem Weltmarkt wächst, insbesondere in China und Russland. Die Weltmarktpreise sind auf hohem Niveau stabil. Dennoch prognostiziert Dairy Australia keinen kräftigen Produktionsaufschwung. Gründe dafür sind der starke Wechselkurs des australischen Dollars gegenüber dem US-Dollar und ein Fachkräftemangel. Außerdem müssen viele Farmer nach einer Reihe von wirtschaftlich schlechten Jahren zunächst ihre Finanzen stabilisieren, ehe an Investitionen in die Expansion zu denken ist.
 
Auf die Stimmung der Milcherzeuger schlägt auch, dass der bisher als "sicherer Hafen" geltende inländische Trinkmilchmarkt seit Anfang 2011 vom Lebensmittelhandel zu einer heftigen Preisschlacht genutzt wird. Die politische Unsicherheit über die Einführung einer Kohlendioxid-Steuer und eine Einschränkung der Bewässerungswirtschaft kommen noch hinzu.
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