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Ratgeber

Automatisches Melksystem: Das sollten Sie bei der Stallplanung beachten

Stallbau
© LfL
von , am
20.04.2017

Viele Milchviehhalter schaffen sich ein AMS an. Bei der Stallbauplanung werden aber oft Fehler gemacht. Das sind die Fallstricke bei der Umstellung.

Die Zahl der Milchviehbetriebe, die mit einem automatischen Melksystem (AMS) melken, steigt nach wie vor stetig an. In Deutschland haben AMS die konventionellen Melksysteme bei den Verkaufszahlen schon seit längerer Zeit überholt. Etwa 50 bis 70 % aller neu installierten Melkanlagen sind mittlerweile AMS.

In Bezug auf den Stallbau ist bei AMS zu beachten, dass die Tiere (unabhängig von der Umtriebsform) letztendlich immer freiwillig zum Melken kommen sollen. Fehler in der Gestaltung des Stalls kommen in dieser Hinsicht viel stärker zum Tragen als bei konventionellen Melksystemen.

Das sind die häufigsten Fehler

Die häufigsten Fehler bei der (Stall-)Planung für ein automatisches Melksystem sind: Zu wenig Platz, schlecht gelöste Details und eine nicht eingeplante Erweiterbarkeit. Auch die späteren Arbeitsabläufe finden in der Regel zu wenig Berücksichtigung.

Bei der Planung des Selektionsbereichs sollte hinterfragt werden, warum Tiere selektiert werden müssen, wie viele Tiere dies betrifft und wie lange die Selektion erfolgen muss, um auf dieser Basis die Selektionsbereiche zu planen.

Soviel Fläche ist nötig

Mit Blick auf das Tierwohl ist es zum einen wichtig, ausreichend Fläche und Funktionsmaße zur Verfügung zu stellen. Bei empfohlenen Liegeboxenbreiten und -längen von 1,30 m auf 2,70 m und Lauf- bzw. Fressgangbreiten von 3,0 m beziehungsweise 4,15 m ergeben sich zusammen mit Übergängen in einer Breite von 5,20 m durchschnittlich 12,5 m² Fläche pro Kuhplatz.

In den Übergangsbereichen sind Tränken und Kuhbürsten angeordnet. Bezüglich der Fressplätze ergeben sich bei einem Achsmaß von 5,20 m sowie einer Fressplatzbreite von 0,75 m planerisch pro Binderfeld 6 Fressplätze und damit ein Fressplatz zu Tierverhältnis von 1 zu 1,4.

Nicht überdachte Laufhoffläche planen

Ein wesentliches Kriterium im Rahmen der Premiumförderung beziehungsweise der Anerkennung der Stallanlagen nach der EG-Öko-Verordnung ist die Verfügbarkeit von nicht überdachten Laufhofflächen. Bei einhäusigen Stallanlagen muss der Laufhof entweder giebel- oder traufseitig als zusätzlicher Funktionsbereich angeordnet werden.

Bei einer mehrhäusigen Bauweise liegen diese Flächen innerhalb des Stalles. Idealerweise fallen sie mit dem Fressgang zusammen. Vorteil dieser Anordnung ist die höhere Attraktivität des Laufhofs durch die Futtervorlage sowie die Einsparung an betonierter Stallfläche, die auch keine zusätzliche Entmistungstechnik erforderlich macht.

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