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Aus der Wirtschaft

Bad Bramstedt: Schlachthof heute im Probebetrieb

© Mühlhausen/landpixel
von , am
04.03.2014

Der Vion-Schlachthof in Bad Bramstedt ist aktuell aus Tieschutz- und Hygienegründen gesperrt. Heute fand ein Probebetrieb statt, das zuständige Ministerium hat aber Zweifel am 'Problembewusstsein' bei Vion.

Die Schlachtung trächtiger Kühe ist in Deutschland aktuell bis in die letzten zehn Prozent der Trächtigkeit hinein erlaubt. © landpixel
Ende Februar haben rund 250 Polizisten den SchlachthofBad Bramstedt, Kreis Segeberg, durchsucht. Der Verdacht: Verstöße gegen Tierschutz- und Hygienebestimmungen, der Schlachthof wurde gesperrt. Der Rinderschlacht- und zerlegebetrieb von Vion ist einer der größten Deutschlands. Täglich werden dort bis zu 500 Rinder geschlachtet.
 
Am Freitag hatte Vion mitgeteilt, dass unabhängige Gutachter empfohlen hätten, den Betrieb wieder zur Schlachtung freizugeben. Es gebe keine hygienisch bedenklichen Gründe, den Betrieb weiter zu sperren. Heute meldete sich wiederum das zuständige Landwirtschaftsministerium in Schleswig-Holstein zu Wort.

Anlage heute im Probebetrieb

Das Landwirtschaftsministerium hat eigenen Berichten zufolge angeordnet, den Schlachthof zum einen auf die technische Ausstattung, zum anderen auf die Funktionsfähigkeit in den tatsächlichen Betriebsabläufen hin prüfen zu lassen. Die technisch-konstruktive Eignung habe jetzt ein Sachverständiger am gestrigen Montag untersucht und als "grundsätzlich geeignet" eingestuft.
 
Um die Anlage und die Arbeitsqualität der Mitarbeiter unter realen Betriebsbedingungen zu begutachten, hat heute für einige Stunden ein Probebetrieb stattgefunden. Die Ergebnisse werden jetzt durch den Gutachter ausgewertet, von der Kreisveterinärbehörde bewertet und von der Fachaufsicht überprüft. 

Landwirtschaftsministerium hat Zweifel am 'Problembewusstsein' bei Vion

Der tatsächliche Schlacht- und Zerlegebetrieb darf erst wieder starten, wenn das Landwirtschaftsministerium zustimmt.
 
Das Ministerium äußert jedoch Zweifel, "ob beim Betreiber das entsprechende Problembewusstsein vorhanden ist und ob er künftig in der Lage sein wird, angemessene Garantien für einen ordnungsgemäßen Betrieb zu geben."

Veterinärbehörden rücken in fragwürdiges Licht

Indes hat der NDR jüngste Rechercheergebnisse veröffentlicht, die die Veterinärbehörden in ein fragwürdiges Licht rücken. Wie der Norddeutsche Rundfunkt berichtet, hat das Kreisveterinäramt Segeberg eine eigene Niederlassung auf dem Schlachthofgelände, die Mitarbeiter seien bei jeder Schlachtung dabei.
 
Der NDR berichtet von einem internen Brief aus dem Jahr 2011, in dem ein Tierarzt von "offensichtlichen Mängeln" berichtet. Gemeint waren, so der NDR, falsch gesetzte Bolzenschüsse. Nach außen habe das Veterinäramt jedoch geleugnet, davon zu wissen. Auch dem Landwirtschaftsministerium Schleswig-Holstein seien die Vorkommnisse nicht weitergemeldet worden.
 
Am Mittwoch wird sich der Umwelt- und Agrarausschuss des Landtags Schleswig-Holstein mit den Vorfällen um den Schlachthof in Bad Bramstedt auseinandersetzen. 
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