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Haltung und Mast

Baden-Württemberg will 2015 BHV1-frei sein

von , am
05.02.2014

Stuttgart - Die Rinderherpes-Bekämpfung in Baden-Württemberg geht in die Schlussphase. Die Regierung strebt eine BHV1-Freiheit der Bestände bis Mitte 2015 an.

Die BSE-Testpflicht für gesund geschlachtete Rinder ist nun offziell aufgehoben. © Mühlhausen/landpixel
"Die Landesregierung unterstützt die Bemühungen der Branche, die baden-württembergischen Rinderhaltungen vom Rinderherpesvirus BHV1 frei zu bekommen. Das Erreichen dieses Ziels ist wichtig, weil ansonsten ab Mitte 2015 der Verkauf von Kälbern oder Zuchttieren in andere Länder nur noch mit erheblichen finanziellen Belastungen möglich sein wird. Bis zu diesem Zeitpunkt wollen die letzten Bundesländer ebenfalls den Status BHV1-frei erreicht haben", sagte der Amtschef im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Wolfgang Reimer, am Dienstag in Stuttgart.
 

Nur noch 100 Sanierungsbetriebe

In Baden-Württemberg wurden durch freiwillige Maßnahmen der Zuchtverbände seit den 1990er Jahren und durch die behördliche Bekämpfung seit 2001 bei der BHV1-Sanierung große Fortschritte erzielt. Durch die intensiven Maßnahmen der vergangenen Jahre sind von den fast 19.000 rinderhaltenden Betrieben in Baden-Württemberg bereits die meisten Betriebe BHV1-frei - nur noch rund 100 Sanierungsbetriebe (0,5 Prozent) haben BHV1-positive Rinder im Bestand. Von gut einer Million Rindern in Baden-Württemberg ist aktuell noch bei etwa 3.200 Tiere (0,3 Prozent) BHV1 nachgewiesen.
 

Finanzielle Nachteile durch BHV1

Nach derzeitiger Planung sollen bis Ende Juni 2015 die letzten noch verbliebenen infizierten Rinder die betroffenen Bestände verlassen haben. Ab Juli 2015 könnte dann ein landesweites Impfverbot gegen BHV1 in Kraft treten. Mitte des Jahres 2016 könnte die EU Baden-Württemberg als BHV1-freie Region anerkennen.
 
 
Im Sinne der weit überwiegenden Mehrheit BHV1-freier rinderhaltender Betriebe streben die Erzeuger- und Zuchtbetriebe sowie die Tierseuchenkassen eine möglichst zügige EU-Anerkennung als BHV1-freies Gebiet an. Damit kommen sie dem Wunsch der überwiegenden Anzahl der BHV1-freien Betriebe nach, die im Rinderhandel künftig keine weiteren finanziellen Nachteile gegenüber Mitbewerbern in anderen Bundesländern erleiden wollen. Voraussetzung für den Antrag des Landes bei der EU auf Anerkennung als BHV1-freie Region ist die Entfernung aller infizierten Rindern im Land sowie anschließend ein landesweites Impfverbot.
 

Nächste Schritte

Zunächst müssen alle infizierten Rinder bis spätestens zum 30. Juni 2015 aus den derzeit noch betroffenen Betrieben entfernt werden. Im Fall weiterer zeitlicher Verzögerungen sind wegen ähnlicher Maßnahmen in weiteren betroffenen Bundesländern zunehmend Handelshemmnisse für Rinder aus Baden-Württemberg unausweichlich. Davon wäre auch die Mehrzahl der rinderhaltenden Betriebe im Land, die bereits virusfrei sind, betroffen.
 
Von niedersächsischen Rindermastbetrieben werden beispielsweise seit 1. Januar 2014 nur noch Kälber aus BHV1-freien Betrieben akzeptiert. Sollten neben Bayern weitere Bundesländer vor Baden-Württemberg die Anerkennung als BHV1-frei erhalten, muss auch bei Lieferungen von Rindern in diese Bundesländer eine vierwöchige Quarantäne einschließlich Blutuntersuchung durchgeführt werden. Der Rinderhandel mit Bayern bzw. das Verbringen von Rindern aus Baden-Württemberg nach Bayern ist dadurch bereits jetzt behindert und mit zusätzlichen Kosten verbunden.
 

Gesamtbestandsimpfung bleibt bestehen

Die verpflichtende Gesamtbestandsimpfung, die mit der Änderung der BHV1-Schutzverordnung zum 28. März 2013 für noch nicht vollständig virusfreie Betriebe eingeführt wurde, bleibt bis zum Ende der Sanierungsmaßnahmen bestehen. Demnach müssen Tierhalter alle Rinder ihres Bestandes unverzüglich gegen BHV1 impfen und in halbjährlichem Abstand nachimpfen lassen, sofern die infizierten Tiere nicht unverzüglich aus dem Bestand entfernt werden. Die Grundimmunisierung der Jungtiere muss im Alter von neun Lebensmonaten abgeschlossen sein. Die Impfmaßnahmen gegen BHV1 sind so lange durchzuführen, bis alle infizierten Muttertiere aus dem Bestand entfernt sind. Ungeimpfte Rinder, die in eine geimpfte Herde mit BHV1-infizierten Tieren eingegliedert werden, müssen umgehend geimpft werden.
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