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Bau eines Melkstands: Das müssen Sie beachten

on_Side-by-Side-Melkstand mit Kühen
am Montag, 24.05.2021 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Teure Technik und täglicher Arbeitsplatz- der Melkstand ist der zentrale Punkt auf Milchviehbetrieben. Was Sie bei der Planung beachten müssen, lesen Sie hier.

Hoher Komfort, genügend Licht und ausreichend Platz für die Melkarbeit- beim Gestalten des Melkbereichs sind kaum Grenzen gesetzt, um die Arbeit für Mensch und Tier so angenehm wie möglich zu gestalten.

Landwirte können ihr Melksystem individuell an die betrieblichen Gegebenheiten anpassen, sei es ein geringerer Arbeitsaufwand, ein schnellerer Ein- und Austrieb oder ein ebenerdiger Melkstand.

Es ist wichtig, sich im Vorfeld mit den persönlichen Bedürfnissen auseinanderzusetzen. Neben der Wahl des geeigneten Melksystems sollte man genau darüber nachdenken, wie sich der Betrieb und der Stall in Zukunft entwickeln sollen.

Mittel- und langfristige Betriebsziele sind dabei genauso entscheidend wie die künftige Arbeitskräftesituation und mögliche Wachstumsschritte.

Für welchen Melkstand soll ich mich entscheiden?

on_Melkstand-Rohbau

Bevor man den Melkbereich planen kann, muss man sich für eine Melkstandvariante entscheiden. Bei einem Fischgrätenmelkstand und Melkkarussell sind unterschiedliche Aufstellungswinkel wählbar.

Je nachdem, ob man das Melkgeschirr von hinten oder lieber von der Seite ansetzen möchte, kann man zwischen 30- und 50-Grad-Winkeln wählen. Beim Side-by-Side-Melkstand beträgt der Winkel grundsätzlich 90 Grad.

Wichtig ist auch, wo der Melkbereich künftig angeordnet sein soll. Die Milchkammer sollte möglichst in der Nähe liegen, um die Wege beim Vor- und Nachbereiten möglichst kurz zu halten. Liegen Abkalbe- und Krankenboxen in der Nähe, ist der Ein- und Austrieb kranker und frischabgekalbter Tiere einfacher.

Wie bleibe ich bei der Planung eines Melkstands wirtschaftlich?

Neben diesen Faktoren spielt der finanzielle Aufwand bei einer Investition in die Melktechnik eine wichtige Rolle. Durch den hohen materiellen Verschleiß schreibt man Melkstände und automatische Melksysteme (AMS) meist über zehn Jahre ab.

Das bedeutet eine hohe jährliche Tilgung und den zusätzlichen Aufwand für variable Kosten. Dazu zählen Strom, Wasser, Reinigungsmittel, Wartung und Reparaturen. Diese Kosten werden vor allem im Hinblick auf die sinkende Wirtschaftlichkeit bei der Milchproduktion für Landwirte zunehmend wichtiger.

Wie hoch sind die Investitionskosten beim Melkstand?

Die Anschaffungskosten weichen je nach Melkstand und Technik stark voneinander ab. Beim AMS liegt der Investitionsbedarf bei rund 150.000 bis 180.000 Euro. Da man die automatischen Melksysteme oft in Altgebäude integrieren kann, gibt es dann keine zusätzlichen Kosten für die Bauhülle.

Anders sieht das bei Melkständen aus. Je nach Melkstandbauart und Größe liegt der Kostenbedarf für Melktechnik und Gebäude zwischen 11.000 und 16.000 Euro pro Melkplatz. Vor allem Melkkarusselle bedeuten für Betriebe einen hohen finanziellen Aufwand. Bei der Wahl eines solchen Systems ist der Kuhdurchsatz pro Stunde der ausschlaggebende Punkt.

Nicht allein die Kosten entscheiden

Nach Angaben des KTBL benötigen Landwirte bei einer Herdengröße von 100 Kühen in einem 2-x-6er-Fischgrätenmelkstand rund 19 Stunden pro Kuh und Jahr für das zweimal tägliche Melken, insgesamt also 1.900 Stunden pro Jahr für die gesamte Herde.

Bei einem 40er-Karussell und einer Bestandsgröße von 500 Kühen beträgt der Arbeitszeitbedarf hingegen nur ungefähr 9 Stunden pro Kuh und Jahr. Das sind pro Jahr gut 4.500 Stunden reine Melkzeit. Führt man sich diese Zahlen genauer vor Augen, merkt man schnell, dass nicht allein die Kosten für die Wahl entscheidend sind.

Wie verbessere ich den Komfort für die Melker?

Für die Arbeitsleistung spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Der Betriebsleiter sollte schon beim Planen auf vereinfachte Arbeitsabläufe achten. Hier ist zum Beispiel die Grubenbreite ein wichtiger Faktor. Sie sollte mindestens 1,60 bis 2 m betragen.

Neben den baulichen und technischen Faktoren ist auch das Management entscheidend, denn saubere Euter und Klauen, eine gute Tiergesundheit und der richtige Umgang mit Euterentzündungen erleichtern den Arbeitsablauf beim Melken.

Das Management ist vor allem auf Roboterbetrieben eine wichtige Stellschraube, weil man die Euter nicht routinemäßig zweimal am Tag zu sehen bekommt und kontrolliert.

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