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Haltung und Mast

Bayern lässt Almkühe erneut auf TBC testen

von , am
04.10.2013

München - Nach dem Sommer auf den Alpen werden auf Anordnung des Gesundheitsministeriums von Ende September an Zehntausende Rinder in Bayern auf Tuberkulose (TBC) getestet.

Heuer sind viele Rinder durch Abstürze, Blitzschläge, Verletzungen oder Vergiftungen auf den Almen und Alpen verendet. Der Rest kehrt jetzt ins Tal zurück. © Kurt Bouda/pixelio.de
Vor allem im Allgäu bedeutet das für viele Betriebe, dass sie ihr Vieh zum zweiten Mal untersuchen lassen müssen. "Es ist wichtig, zu sehen, was während der Sömmerung passiert ist", erklärte eine Sprecherin des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) in Erlangen. Die Untersuchungen seien auch im Interesse des Verbraucherschutzes, denn Rinder-TBC sei eine ernst zu nehmende Tierseuche, wird betont.
 
Die auch für Menschen potenziell gefährliche Krankheit könnte von Hirschen übertragen werden, denen die Rinder auf den Almen begegnet sind. Bis die Ergebnisse vorliegen, müssen die Betriebe die Almtiere daher von der übrigen Herde trennen. "Sonst ist die Gefahr groß, dass ein angestecktes Tier TBC in den Stall bringt."

BBV: Untersuchungen sind sinnvoll

Der Bayerische Bauernverband (BBV) hält diese Untersuchungen für sinnvoll. Zwar seien sie für die Betriebe eine Belastung, wie Josef Wasensteiner vom BBV in München sagte. Aber es sei auch im Interesse der Bauern, zu wissen, auf welchem Weg der gefährliche Erreger übertragen wird. "Da tappt man ja immer noch weitgehend im Dunkeln. "Ebenso wird im Landratsamt in Sonthofen Landwirten, die Tiere auf den Bergen hatten, dringend empfohlen, diese testen zu lassen - auch wenn die meisten die Untersuchung ihrer Bestände bereits hinter sich haben, so Dow Jones News.

Eine halbe Million Tiere unter der Lupe

Im Oberallgäu waren vor einem Jahr die ersten Fälle von Rinder-TBC aufgetreten. Danach war eine schrittweise Reihenuntersuchung aller Rinderbestände angeordnet worden. Mittlerweile wurden zwei Drittel der knapp 2.000 Betriebe untersucht. Erst ganz am Anfang steht die Reihenuntersuchung aller Rinder im Alter von einem Jahr und darüber in den elf Landkreisen am Alpenrand, die das Gesundheitsministerium angeordnet hat. Insgesamt müssen mehr als eine halbe Million Tiere untersucht werden.
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