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Milchviehhaltung

BBV fordert mehr Zeit für Ausstieg aus der Anbindehaltung

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Redaktion agrarheute, agrarheute
am
09.01.2017

Die Anbindehaltung von Milchkühen ist ein Auslaufmodell. Für die Umstellung auf andere Haltungssysteme fordert der Bayerische Bauernverband (BBV) mehr Zeit.

Seine Forderung nach mehr Zeit für den Ersatz der Anbindehaltung von Milchkühen durch andere Haltungssysteme hat der Bayerische Bauernverband (BBV) bekräftigt. Die vom Lebensmittelhandel mit Vehemenz geforderte Umstellung koste die von der Milchkrise ohnehin gebeutelten Bauern viel Geld, erklärte BBV-Präsident Walter Heidl vergangene Woche gegenüber der Presse. Oft seien die notwendigen Ausgaben so hoch, dass die Höfe nicht mehr rentabel arbeiten könnten.

Eine zügige Umstellung beschleunige daher den Strukturwandel hin zu immer mehr größeren Betrieben. "Wer ein Verbot der Anbindehaltung fordert, macht sich für das Prinzip ‚Wachsen oder Weichen‘ stark", unterstrich der BBV-Präsident. Deshalb müssten Zwischenlösungen gesucht werden.

Leichter umsetzbar seien bessere Bedingungen für die vorerst noch angebundenen Tiere. Was die Finanzierung angehe, könnten Programme wie die Initiative Tierwohl zum Vorbild genommen werden, bei denen der Bauer die Kosten für verbesserte Haltungsbedingungen ersetzt bekomme.

Freien Wähler für Übergangszeit von 15 Jahren

Die Fraktion der Freien Wähler im bayerischen Landtag pflichtete Heidl bei. Der Ausstieg aus der Anbindehaltung müsse von langer Hand geplant werden und bedürfe einer Übergangszeit von mindestens 15 Jahren. Außerdem müsse eine finanzielle Förderung für die Investition in tiergerechte neue Ställe geben. Nur so könne verhindert werden, dass kleine landwirtschaftliche Betriebe vorzeitig aufgäben und der Strukturwandel unnötig beschleunigt werde, erklärte die Fraktion.

Auch Brunner warnt vor abruptem Ausstieg

Bereits im Dezember hatte Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner vor einem abrupten Ausstieg aus der Anbindehaltung gewarnt. Die Existenz der kleinbäuerlichen Landwirtschaft im Freistaat dürfe nicht gefährdet werden.

Das betone er aktuell auch in Gesprächen mit den fünf großen Lebensmittelherstellern und dem Handel in Bayern. Diese machen Druck, die Umstellung rasch durchzuführen. So will zum Beispiel die Handelskette Real laut ihrer aktuellen Einkaufsleitlinie künftig nur noch Milch akzeptieren, die nicht in Anbindehaltung produziert wurde.

In Bayern gibt es derzeit laut BBV-Angaben insgesamt rund 32.000 Milchbauern. Nur knapp 8 Prozent der Betriebe hätten die Möglichkeit, im Sommer die Tiere auf die Weide zu bringen. Ein Drittel der bayerischen Kühe werde noch ganzjährig angebunden.

Mit Material von Agra Europe

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