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Milchproduktion

BDM demonstriert für schnelle Erkenntnisse im Sektor Milch

von , am
23.03.2011

Bonn - Mit einer Demonstration vor dem Bundeskartellamt forderten BDM-Mitglieder einen schnellen Abschlussbericht der Sektoruntersuchung Milch.

Von links nach rechts: BDM-Vorstand Stefan Mann, NRW-Landesteamleiter Michael Braun und BDM-Vorsitzender Romuald Schaber beim „Weckruf“ vor dem Bundeskartellamt. © BDM
Die Milcherzeuger des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter BDM e.V. richteten am Montag vor dem Bundeskartellamt in Bonn mit vielen klingelnden Weckern einen symbolischen Weckruf an die schwarz-gelbe Bundesregierung. Die Mitglieder forderten das Bundeswirtschaftsministerium auf, das Kartellamt personell besser aufzustellen. Sie wollen erreichen, dass relevante Erkenntnisse für die weitere Gestaltung der Märkte in Zukunft rechtzeitig vorliegen.

Romuald Schaber: 'Milchpaket idealisiert Genossenschaftsmodell'

Auf EU-Ebene werde in den nächsten Wochen mit der Beratung und Verabschiedung des Milchpakets der EU-Kommission wichtige Entscheidungen für die Zukunft der Milcherzeugung getroffen. "Die bisherigen Vorschläge des Milchpakets idealisieren das Genossenschaftsmodell. Der Zwischenbericht des Kartellamts hat aber gerade festgestellt, dass in diesem Bereich das Marktmachtgefälle am stärksten zu Ungunsten der Milcherzeuger ausfällt", erklärt der BDM-Vorsitzende Romuald Schaber und schließt daraus: "Kommt der Abschlussbericht der Sektoruntersuchung Milch nicht rechtzeitig, laufen wir Gefahr, dass das Milchpaket aufgrund völlig falscher Annahmen zur Marktsituation verabschiedet wird. Für die Milcherzeuger bedeutet dies, dass sie auch künftig von einer echten Marktteilnahme ausgeschlossen sind."  

Preisforderungen der Milcherzeuger kaum durchsetzbar

In Deutschland analysiert das Bundeskartellamt bereits seit 2008 die strukturellen Probleme im Milchsektor. "Grundsätzlich haben weder private noch genossenschaftlich organisierte Molkereien den Anreiz, im Interesse der Milcherzeuger einen möglichst hohen Milchauszahlungspreis zu zahlen. Die Gewinnmaximierungsstrategie eines jeden weiterverarbeitenden Unternehmens ist darauf gerichtet, die Beschaffungskosten möglichst gering zu halten", so das Bundeskartellamt 2009.
Die eigentliche Problematik liege jedoch in dem "Machtgefälle zu Lasten der Erzeuger", das es "trotz der vertikalen Integration vieler Erzeuger in genossenschaftliche Molkereien" gebe, so der BDM. Aufgrund dieser Benachteiligung seien Preisforderungen der Milcherzeuger kaum durchsetzbar.


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