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Molkerei warnt vor Kollaps

Berchtesgadener Land droht mit 'drastischem Milchpreisrückgang'

© Mühlhausen/landpixel
von , am
15.03.2016

Wenige liefern zuviel Milch und belasten damit die ganze Genossenschaft. Die Molkerei Berchtesgadener Land warnt vor dem Kollaps und droht ihren Milcherzeugern.

Februar: 35 Cent je Kilo Milch

Die Molkerei Berchtesgadener Land eG, Piding, ist unter anderem für ihren fairen Milchpreis bekannt. Aktuell zahlt sie 41,47 Cent pro Kilogramm angelieferter Rohmilch. Doch in ihrer aktuellen Milchpost schlägt die Molkerei Alarm: "Unsere Molkerei steht kurz vor dem Kollaps", heißt es darin. Die Milchanlieferungen seien zuletzt um elf Prozent gestiegen. Diese Mehrmengen könnten nur noch am Spotmarkt für 15 Cent/Kilo abgesetzt werden, berichtet das dlz agrarmagazin.

Bisherige Warnungen hätten nicht gefruchtet, jetzt ruft die Molkerei ihre Lieferanten dazu auf, keinen Milchaustauscher mehr einzusetzen und Ställe nicht mehr überzubelegen. Sollten die Bauern nicht reagieren, droht die Molkerei mit einem drastischen Milchpreisrückgang. Für Februar erhielten die Milcherzeuger noch 35 Cent/kg, berichtet die dlz weiter.

41,47 Cent je Kilo sollen die Erzeuger stützen, nicht die Anlieferungsmenge erhöhen

Noch Ende Februar hatte sich der Vorstandsvorsitzende Andreas Argstatter gefreut, das Berchtesgadener Land "die Milchauszahlungsliste mit 41,47 Cent pro Kilogramm angelieferter Rohmilch" anführt. Und gleich eine Mahnung hinterhergeschickt: Man wolle mit diesem Preis die Struktur der Landwirtschaft in der Bergregion stützen, nicht jedoch die Anlieferungsmenge steigern.

'Rücksichtslose' Minderheit belastet mit Übermilch die Genossenschaft

© Werkbild

Bereits damals hatte Argstatter darauf verwiesen, dass jeder Liter, der zusätzlich erzeugt und in Piding angeliefert werde, nur am Spotmarkt mit aktuell 17 Cent pro Kilo (abzüglich 2 Cent für die Erfassung der Milch) abgegeben werden kann. Die Übermilch, die "von einer Minderheit rücksichtslos angeliefert" werde, belaste die ganze Molkerei und damit alle Landwirte in der Genossenschaft.

Denn der Spotmarkt-Preis der Rohmilch von aktuell 17 Cent ist gleichzeitig die Basis für die Preisverhandlungen mit Discountern, Großverbrauchern und auch beim Exportgeschäft.

Best practice: So bleibt die Milchkuh gesund

200 Tiere haben Platz im Wartehof des Betriebes. Genau so viele Tiere haben Platz in einem Abteil im Couchettenstall. Das Größenverhältnis haben die Betriebsleiter bewusst aufeinander abgestimmt. © Markus Pahlke
Die Kühe im Couchettenstall sind in Großgruppen eingeteilt. Alle hochleistenden Tiere sind im neuen Außenstall untergebracht. © Markus Pahlke
Der Betrieb hat vor zwei Jahren neue Melkzeuge eingebaut. Damit wurde das Dippen und Zwischendesinfizieren automatisiert. © Markus Pahlke
Die Kühe werden grundsätzlich mit einem Zitzenversiegler trockengestellt. © Markus Pahlke
Nach dem Melken wird Dippmittel im Zitzenbecher auf die Zitzen versprüht. © Markus Pahlke
Nach der Melkzeugabnahme erfolgt ein automatisches Zwischendesinfizieren. Die Technik hat die Zellzahlen radikal gesenkt. © Markus Pahlke
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