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Milchproduktion

Besser melken: Schweizer starten Forschungsprojekt

© Agroscope
von , am
16.04.2014

Tänikon - Wie kann der Melkprozess für Mensch und Tier verbessert werden? Die schweizer Forschungsanstalt Agroscope will offene Fragen klären. Helfen wird ein experimenteller Melkstand.

Im neuen Versuchsmelkstand in Tänikon soll das Verhalten der Kühe zeigen, wie viel Platz sie brauchen, um Topleistungen zu erbringen. © Agroscope
Zu wenig Platz, zu wenig Licht, zu viel Lärm und eine schlecht funktionierende Melkmaschine - das mögen Kühe nicht. Im neuen Versuchsmelkstand in Tänikon soll das Verhalten der Kühe nun zeigen, wie viel Platz und Ruhe sie brauchen, um Topleistungen zu erbringen.
 
Wie das Forschungsunternehmen mitteilt, wurde das Melkstandgerüst im Versuchsstall in Tänikon mit Industrieunterstützung entwickelt, so dass jeder einzelne Melkplatz vergrößert oder verkleinert werden kann. Auch der Arbeitsplatz für den Melker lässt sich anpassen. Ein Hubboden ermöglicht zum Beispiel die Einstellung der optimalen Arbeitshöhe.

Neueste Erkenntnisse für die Konzeption

Neuste Erkenntnisse sind bereits in die Konzeption eingeflossen: Dazu gehören optimierte Wege für die Tiere, breite Treppen für den Zugang zur Melkgrube, ein angenehmes Raumklima und gute Lichtverhältnisse.
 
"Das technische Grundprinzip der Milchgewinnung hat sich bis heute nicht geändert. Trotz moderner und normgerecht installierter Melkanlagen treten in der Praxis weiterhin Melkprobleme auf", erklären die Forscher. Im Versuchsmelkstand wollen sie unter anderem klären, welche Rolle die Melkmaschine dabei spielt.

Der Versuchsmelkstand im Detail

Der Melkstand ist in einem bestehenden und nicht mehr genutzten Raum des Tänikoner Milchviehstalls installiert. Eine Besonderheit ist, dass mit zwei getrennten Melkanlagen gemolken wird. Damit kann der Einfluss von verschiedenen Konfigurationen der Melkmaschine auf das Euter analysiert werden.
 
Der Raum wurde so gestaltet, dass verschiedene Melkstandtypen wie Fischgräten-, Side-by-Side- oder Autotandem-Melkstände untersucht werden können. Gemolken wird mit zwei mal fünf Melkeinheiten. Die beiden Melkanlagen sind mit Anrüststimulation, Melkzeugabnahme und Melkzeug-Zwischendesinfektion konfiguriert.
 
Die Melkgrube ist mit einem Hub-Boden für die Einstellung der optimalen Arbeitshöhe ausgestattet. Eine mechanische Nachtreibehilfe im Warteraum ermöglicht einen kontinuierlichen und zügigen Eintritt der Kühe in den Melkstand.

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