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Haltung und Mast

Bilanz der BSE-Krise nach 10 Jahren

von , am
27.11.2010

Berlin - Durch konsequentes Handeln in der gesamten Kette ist Deutschland der BSE-Krise Herr geworden. Maßgeblich dafür war nach Einschätzung des Deutschen Bauernverbandes das konsequente Handeln in der gesamten Kette.

© Monika Adamczyk/Fotolia

Mit dazu beigetragen hat die Tatsache, dass in Deutschland unmittelbar ein umfangreiches Bündel von Maßnahmen zur Stärkung des gesundheitlichen Verbraucherschutzes und zur Ausmerzung der Tiererkrankung ergriffen wurde.

Nur so konnte der um sich greifenden Katastrophenstimmung, die fast an Hysterie grenzte, und maßlosen Vorwürfen an Landwirte und die Lebensmittelwirtschaft begegnet werden. Diese Bilanz zog der Deutsche Bauernverband (DBV) nach 10 Jahren BSE.

Vor 10 Jahren wurde der erste
BSE-Fall in Deutschland bekannt

Am 24. November 2000 ist der erste BSE-Fall in Deutschland aufgetreten. Der DBV hat die Maßnahmen der EU und von Bund und Ländern zur Bekämpfung der Tierkrankheit BSE aktiv unterstützt und zusätzlich mit der gesamten Lebensmittelkette ein wirtschaftseigenes Qualitäts- und Sicherungssystem QS aufgebaut. Damit konnte das Vertrauen der Verbraucher in heimisches Rindfleisch wieder zurück gewonnen und der Konsum stabilisiert werden.

DBV: Bauern mussten alleine BSE-Kosten tragen

Bitter ist allerdings, dass ein Großteil der Milliarden schweren Kosten für die umfassenden Verbraucherschutzmaßnahmen von den Bauern allein getragen werden mussten. Mit den Ausgaben für BSE-Schnelltests, mit der Entfernung der Risikomaterialien, der Entsorgung der Tiermehle und aufgrund des extremen Preisverfalls bei Rindfleisch sei für die deutsche Landwirtschaft ein beispielloser Schaden entstanden.

Schärfere Maßnahmen als in anderen EU-Ländern  

Kritikwürdig bleibe, so der DBV, dass in Deutschland ohne wissenschaftliche Basis teilweise schärfere Maßnahmen als in anderen EU-Ländern beschlossen wurden, wodurch deutliche Wettbewerbsnachteile entstanden. Beispielsweise galt der verpflichtende BSE-Test in Deutschland für Schlachttiere ab 24 Monaten, während dies in der EU erst ab einem Alter von 30 Monaten der Fall war, erst in 2006 wurde dies auch in Deutschland angepasst.

Konsequentes Handeln führte zum Erfolg 

Von Beginn an hat der DBV darauf hingewiesen, dass alle Verbraucherschutz- und Bekämpfungsmaßnahmen unter konsequenter Berücksichtigung des Erkenntnisstandes der Wissenschaft durchzuführen seien. Mit der Konzentration der Forschungen über die Ursachen und Verbreitung der BSE-Erkrankung auf der Insel Riems wurden dafür wichtige Voraussetzungen geschaffen, lobte der DBV. Er sieht die Wissenschaft in der Pflicht, durch intensive Forschungsarbeit die Tierhaltung weiterhin zu stärken und den Verbraucherschutz voranzubringen. (pd)

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