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Milchproduktion

Billigere Butter 'verwerfliche Handelspolitik'

von , am
02.02.2010

Die um bis zu 20 Prozent gesenkten Butterpreise stoßen auf Kritik: Rainer Tietböhl, Präsident des Bauernverbandes Mecklenburg-Vorpommern, hat den Preissturz als "verwerfliche Handelspolitik" bezeichnet.

© egal/fotolia

Die neue Preissenkungswelle der Discounter stoße bei den Milchbauern auf Kritik und erzeuge Widerstand, so Rainer Tietböhl.

Es sei nicht nachzuvollziehen, wenn Handelspartner auf der einen Seite sogenannte "Faire Milch" und Milchprodukte zu höheren Preisen anbieten und auf der anderen Seite Handelsunternehmen den Preis für ein "Schlüsselprodukt" wie Butter senke.

Kunden werden auf Kosten der Milchbauern ins Geschäft gelockt

Vor allem die großen deutschen Discounter hätten im vergangenen Jahr immer wieder versucht, mit Niedrigpreisangeboten Kunden auf Kosten der Milchbauern in ihre Geschäfte zu locken, kritisiert Tietböhl. Der Bauernverband wird weiter darum ringen, dass die Milchproduktion als Wirtschaftszweig im ländlichen Raum erhalten bleibt. "Wer Milch produziert, muss davon leben können", fordert Tietböhl für seine Berufskollegen und deren Familien.

Höfe können kein zweites Preisjahr 2009 verkraften

Der Präsident des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter, Romuald Schaber warnte in einem Gespräch mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vor "dem Beginn einer Preissenkungsspirale im gesamten Milchsortiment". Ein Großteil der Höfe können nach Schabers Ansicht ein zweites Jahr mit Niedrigpreisen wie 2009 nicht überleben.

Ein Sprecher des Milchindustrie-Verbandes, in dem die deutschen Molkereien zusammengeschlossen sind, erklärte, dass das Angebot auf dem internationalen Markt für Butter gerade wieder einmal größer als die Nachfrage sei. (pd)

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