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Haltung und Mast

Binnen fünf Jahren: Minus 9.400 Rinderhalter

von , am
17.03.2010

Wien - Die Zentrale Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter berichtet, dass die Zahl der Rinderhalter in Österreich in den letzten fünf Jahren gesunken, der Rinderbestand gleich geblieben und die Zahl der Herdebuchkühe gestiegen ist.

© agrar-portal.de

"Es ist erfreulich, dass zwischen 2005 und 2009 der gesamte österreichische Rinderbestand bei zwei Millionen Stück konstant blieb und dadurch die Bewirtschaftung von 1,4 Millionen Hektar Grünland aufrechterhalten werden konnte. Trotz der angespannten Haushaltssituation des Bundes und der Länder ist die Finanzierung von Förderprogrammen für die Rinderbauern weiterhin notwendig. Neben den schwierigen Rahmenbedingungen in den Berggebieten sind vor allem Betriebe in den Gunstlagen den volatilen Märkten ausgesetzt. Diese sollten in den zukünftigen Förderprogrammen nicht übersehen werden", stellt ZAR-Obmann Anton Wagner in einer Aussendung fest.

Strukturwandel bereitet Sorgen

In den vergangenen fünf Jahren hat sich die Anzahl der Rinderhalter um mehr als ein Zehntel von 82.906 auf 73.466 reduziert. Somit schlossen in diesem Zeitraum insgesamt 9.440 Betriebe für immer die Stalltür. "Als ZAR-Obmann bereitet mir dieser rückläufige Trend erhebliche Sorgen. Aus diesem Grund ist die langfristige Absicherung des Umweltprogramms, der Ausgleichszulage und Investitionsförderung für die Existenzsicherung leistungsfähiger bäuerlicher Betriebe mit Rinderhaltung und Almwirtschaft ein agrarpolitisches Gebot der Stunde", unterstreicht Wagner.

Der Bestand an Herdebuchkühen entwickelte sich von 2005 bis 2009 mit einem Plus von etwa 13.000 auf 378.000 Stück sehr positiv. Es sind somit 73 Prozent der Kühe, die in Österreich unter Leistungsprüfung stehen (2005 waren es 70,7 Prozent). "Die heimischen Zucht- und Kontrollbetriebe sind sehr gut aufgestellt, für sie ist die Leistungsprüfung nicht wegzudenken. Die Statistik gibt dazu eine klare Antwort. Die Anzahl der Zuchtbetriebe blieb mit einem Rückgang um 188 Betrieben im Vergleich zum Vorjahr auf insgesamt 25.602 nahezu konstant", zeigt sich Wagner zuversichtlich.

Stabiler Rinderbestand

Trotz wirtschaftlich schwieriger Rahmenbedingungen und angespannter Preise für die Milchbauern blieb der Bestand an Milchkühen in den vergangenen fünf Jahren mit etwa 533.000 Stück stabil. Der Rinderbestand erhöhte sich in diesem Zeitraum geringfügig um 16.000 auf 2,026.260 Stück. Die Anzahl der Kalbinnen bewegt sich knapp unter dem Stand von 2005 mit aktuell 122.000 Stück, allerdings mit einer Steigerung zum Vorjahr um 4,6 Prozent.

"Wie sich diese Steigerung zukünftig auf dem Zuchtrindermarkt auswirken wird, bleibt abzuwarten. Wir hoffen auf bessere Bedingungen zur Belieferung unserer Exportmärkte, um den Inlandsmarkt dementsprechend rasch zu entlasten. Das ist ein wesentlicher Arbeitsschwerpunkt für unsere Verbände und Exportfirmen in diesem Jahr", so Wagner. Der Auslandsmarkt für Zuchtrinder geriet im vergangenen Jahr sehr stark unter Druck. Die Ausfuhren verringerten sich um mehr als 30 Prozent auf 16.200 Stück und lagen nur knapp über dem Niveau von 2005. Das erklärt auch das höhere Angebot an Zuchtkalbinnen im Jahr 2009 und den Preisverfall um 14 Prozent.

Eine stolze Bilanz

Trotz der aktuellen Wirtschafts- und Finanzkrise kann die österreichische Rinderzucht insgesamt auf eine stolze Bilanz verweisen. "Es war möglich, durch intensive Werbeauftritte auf wichtigen Exportmärkten von 2005 bis 2009 knapp 100.000 Zuchttiere im Ausland zu vermarkten. Mit verhältnismäßig geringem Aufwand werden über die Zuchtverbände effektive Messeauftritte durchgeführt. Der Züchternachwuchs wird durch anspruchsvolle Bildungs- und Beratungsprogramme auf die künftigen Herausforderungen vorbereitet. Das Projekt "Gesundheitsmonitoring Rind" weckt internationales Interesse. In engem Kontakt mit dem Lebensministerium, der gesetzlichen Interessenvertretung und im Dialog mit den Züchtern versuchen wir einen gemeinsamen Schulterschluss mit allen Verantwortlichen für eine erfolgreiche Rinderzucht". (aiz)

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