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Panorama

Biohof Kroghsminde: Mit mehreren Standbeinen erfolgreich

Jens Krogh führt mit seiner Familie einen modernen Biobetrieb in Jütland. Dabei setzt er auf verschiedene Standbeine und vereint Tradition und Moderne.

am Freitag, 05.11.2021 - 10:00

Normalerweise ist Kroghsminde ein Ort für alle. Gastfreundschaft und Offenheit werden hier großgeschrieben, doch die Pandemie hat das verändert. Es ist still geworden auf dem Biohof Kroghsminde im südwestlichen Teil Jütlands in Dänemark. Die Besuche von Fachleuten und Touristen mussten ausbleiben.
Trotzdem ging das Leben auf dem Hof weiter. Mit 140 Milchkühen und Nachzucht, Mastbullenhaltung, einer Biogasanlage und Direktvermarktung haben Betriebsleiter Jens Krogh und seine Frau Lisbeth immer etwas zu tun. 
Seit Anfang des 19. Jahrhunderts befindet sich der Hof im Familienbesitz. „Wir sind mindestens die siebte Generation, die den Hof an dieser Stelle bewirtschaftet“, sagt Jens Krogh, unter dessen Leitung sich der Betrieb stark verändert hat. „1995 entschieden Lisbeth und ich uns dazu, den Hof auf Bio umzustellen. Heute bewirtschaften wir 550 ha landwirtschaftliche Nutzfläche, davon 400 ha Ackerland. Der Rest ist Weideland im Varde Adal Nationalpark.“
 

Erfolgreich auf Bio setzen

Neben den 140 Milchkühen und der Nachzucht hält Familie Krogh noch etwa 50 Bullen, die für die Fleischproduktion gemästet werden. „Als ich den Hof von meinem Vater übernahm, lief die Milchviehhaltung bereits sehr gut“, sagt Krogh.
In den folgenden Jahren veränderte sich trotzdem einiges auf dem Betrieb. „Ich stellte den Hof auf biologische Landwirtschaft um, baute neue Ställe und erweiterte die Anbaufläche und den Tierbestand“, sagt er. Außerdem stieg er mit einer eigenen Windkraftanlage und einer Biogasanlage in die Erzeugung erneuerbarer Energien ein. 
In der Milchviehhaltung beschäftigt Jens Krogh zwei Mitarbeiter. Sie betreuen die Tiere und kümmern sich um die Zucht. „Wir setzen in der Milchviehhaltung und in der Bullenmast auf verschiedene Rassen“, erklärt er. „Seit 2003 kreuzen wir die Tiere in einer Rotationskreuzung zwischen Jersey, Holsteins, Schwedischem Rotvieh und Montbéliard. In der Bullenmast setzen wir auf Kreuzungen mit Charolais.“
 

Genossenschaftliche Molkerei

Die Milchkühe werden zweimal am Tag in einem Doppel-10er-Fischgrätenmelkstand von SAC gemolken. Die durchschnittliche Milchleistung der Herde liegt bei 9.100 kg pro Kuh und Jahr. „Wir haben uns für das nächste Jahr das Ziel gesetzt, eine durchschnittliche Leistung von 10.000 kg pro Kuh und Jahr zu erreichen. Derzeit liegt der Butterfettgehalt der Milch bei 4,35 Prozent und der Eiweißgehalt bei 3,77 Prozent.
„Unsere Milch liefern wir an Naturmaelk und erhalten derzeit 3,5 dänsiche Kronen, also umgerechnet 47 Cent, pro Kilogramm Milch. Naturmaelk ist eine genossenschaftliche Molkerei, die sich im Besitz von Landwirten befindet. Jedem Landwirt, der Milch an die Molkerei liefert, gehört ein Teil des Unternehmens“, erklärt Jens Krogh. 
Wenn das Wetter es zulässt, lässt der Milchviehhalter seine Kühe von April bis Oktober auf die Weide. „Hier können die Tiere grasen und nehmen dabei etwa 11 kg Trockenmasse pro Tag auf“, sagt er. 
Alle melkenden Kühe hält er in einer Gruppe. „In der Milchviehherde laufen keine Bullen mit. Bullen setzen wir nur bei den Färsen im Sommer auf der Weide ein“, sagt er.