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Analyse

Biomilch-Anlieferung auf Rekordstand

Fütterung von Kühen
Dr. Olaf Zinke, agrarmanager
am
24.08.2017

In Deutschland haben sich die Preise für Bio-Milch im Juni knapp behauptet. Dennoch sind die Preise höher als in den letzten 5 Jahren.

Die Preise sind in den meisten Ländern leicht zurückgegangen und  in Baden-Württemberg unverändert geblieben. Den stärksten Preisrückgang meldete man im Juni aus Schleswig-Holstein. Im Vergleich der Bundesländer, waren die Biomilchpreise (für Milch mit 4,0 % und 3,4 % Eiweiß, ab Hof) im Juni erneut in Bayern und in Baden-Württemberg am höchsten. In Schleswig-Holstein waren die Biomilchpreise im Juni mit Abstand am niedrigsten, berichtet der agrarmanager.

Die angelieferte Menge Biomilch war im Juni 2017 immerhin 16,9 % größer als vor einem Jahr. Für den gesamten Zeitraum Januar bis Juni 2017 erreicht die Anlieferung in Deutschland einen neuen Rekordwert.

Biomilch-Preise knapp behauptet

In Deutschland lagen die Biomilchpreise auf der Erzeugerstufe im Juni 2017 (ab Hof, bei 4 % Fett und 3,4 % Eiweiß) bei 48,29 Cent. Im Vergleich zum Vormonat (48,38 Cent) sind die Preise damit um 0,09 Cent zurückgegangen bzw. nahezu unverändert geblieben.

Im vorigen Jahr lagen die Preise für Biomilch im Juni bei 46,96 Cent und waren damit 1,33 Cent niedriger. Auch die in den 4 Jahren davor (2012-2014) im Juni gezahlten Biomilchpreise werden in diesem Jahr deutlich übertroffen.

Für Biomilch mit natürlichen Fett- und Eiweißgehalt lagen die Preise im Juni bei 47,17 Cent, im Vergleich zu 47,69 Cent im Mai. Das ist ein Preisrückgang von 0,52 Cent. Der durchschnittliche Fettgehalt lag im Juni bei 3,87 % und der Eiweißgehalt bei 3,23 %. Im Vormonat wurde ein Fettgehalt bei 3,96 % und ein Eiweißgehalt bei 3,27 % ermittelt.

Anlieferung nimmt weiter kräftig zu

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Die Anlieferungsmenge von Biomilch war in Deutschland im Juni 2017 rund 16,9 % größer als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Außerdem erreicht die Biomilch im Juni 2017 einen Markanteil an der Gesamtanlieferung von knapp 3,0 %, nach knapp 2,6 % im Juni 2016. Die im Juni produzierte Menge Biomilch lag bei 80.292 t, im Vergleich zu 68.681 t im vorigen Jahr und 63.813 t vor zwei Jahren.

Insgesamt beläuft sich die Mehrproduktion an Biomilch im Jahr 2017 (Januar bis Juni) bisher auf 51.575 t (+12,8 %). Die insgesamt von Januar bis Juni 2017 produzierte Menge Biomilch lag bei 453.346 t, im Vergleich zu 401.771 t im vorigen Jahr und 366.987 t vor zwei Jahren.

Produktionsboom im Osten

Im Zeitraum Januar bis Juni hat die Produktion von Biomilch  allen Bundesländern außer in Thüringen (+1,0 %) und in Hessen/Rheinland-Pfalz (+3,0 %) zweistellig zugenommen. Ganz besonders stark war das Wachstum in Ostdeutschland. Dort lag der Produktionszuwachs bei in den ernsten 6 Monaten bei 22,8 %, im Vergleich zu einem Plus von 12,0 % im alten Bundesgebiet. Bayern kommt auf ein Plus von 14,0 % und Baden-Württemberg auf einen Zuwachs  von 10,5 %.

Der Anteil der ökologisch erzeugten Milch lag in den ostdeutschen Bundesländern allerdings nur bei 1,3 % der Gesamterzeugung. Im alten Bundesgebiet wurden 3,5 % der insgesamt angelieferten Milch ökologisch erzeugt.

Rund 50 % der insgesamt in Deutschland erzeugten Biomilch wurden in Bayern angeliefert, etwa 15 % in Baden-Württemberg, 8,0 % in Hessen/Rheinland-Pfalz und 6,5 % in Niedersachsen. Gleichzeitig waren in Bayern etwa 6,0 % der insgesamt angelieferten Milch auch Biomilch, in Brandenburg lag dieser Anteil bei 2,9 %, in Baden-Württemberg bei 6,0 %, in Hessen/RP. 3,9 % und in Niedersachsen lediglich bei 0,8 %.

Mehr Informationen zum Biomilchmarkt finden Sie beim agrarmanager.

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