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Biomilchmarkt

Biomilch: Produktion steigt deutlich an

oekolandbau.de/Katharina Krenn/agrarheute
am
18.07.2016

Die bessere Erlössituation bei Biomilch lässt die Produktionsmenge deutlich steigen. Mittlerweile machen viele Biomolkereien keine Abnahmezusagen mehr.

Für 2016 und 2017 wird eine deutliche Zunahme der Biomilchproduktion in Deutschland erwartet, berichtet oekolandbau.de. Bereits 2015 konnten im Rahmen von Förderprogrammen und durch die gute Erlössituation in der Biomilchwirtschaft viele neue Umsteller gewonnen werden, heißt es. Die Anlieferungsmenge an ökologisch erzeugter Kuhmilch in Deutschland stieg in den ersten drei Monaten 2016 um rund neun Prozent an.

Neue Lieferanten erhalten keine Abnahmezusagen

Seit Anfang 2016 geben viele Biomolkereien neuen Lieferanten keine Abnahmezusagen mehr. Generell gilt, dass keine Umstellung von Betrieben erfolgen sollte ohne Abnahmegarantie einer Molkerei, schreibt oekolandbau.de. Die bei den Molkereien angelieferten steigenden Milchmengen müssten beim Handel Absatz finden und dazu bedürfe es teilweise der Einführung neuer Produkte. Gerade bei den Discountern. Auch würden manche Milchprodukte nicht in Bioqualität angeboten. So sei die Bio-H-Milch bisher ein Waisenkind vieler Ketten.

Biomilchpreise sind im Mai gesunken

2015 haben sich die Verbraucherpreise für Biomilch unberührt gezeigt von den Preissenkungen für konventionell erzeugte Konsummilch. Jedoch im Mai 2016 wurden ausgehend von einem Discounter erstmals seit Jahren der Preis für Biomilch um acht Cent gesenkt. Andere Ketten haben sich in ähnlichem Umfang angeschlossen. Da konventionelle Konsummilch im Handel aber größere Preisrücknahmen hinnehmen musste, zahlen die Verbraucherinnen und Verbraucher im Sommer 2016 mehr als das Doppelte für Biomilch.

Der Erzeugerpreis für Biomilch ist im Mai ebenfalls gesunken.

Verbraucher weniger preissensibel

Die private Nachfrage leide jedoch nicht darunter. Oekolandbau.de verweist dabei auf die Ergebnisse einer Studie des Instituts für Agrar- und Lebensmittelmarketing der Universität Kassel. Demnach seien die Verbraucher bereit, auch bei einem hohen Preisabstand zwischen Bio und konventioneller Milch für das ökologisch erzeugte Produkt mehr Geld zu zahlen. Käuferinnen und Käufer von Biomilch seien anscheinend weniger preissensibel als allgemein angenommen.

Hoher Anteil in Niedrigpreissegment

Ganz egal scheint der Preis jedoch nicht zu sein. Denn der Anteil der Einkaufsmenge an Biomilch im Niedrigpreissegment ist relativ hoch. Rund 80 Prozent der Biomilch wurde 2015 als Handelsmarke gekauft. Nicht nur der konventionelle Handel setzt Biomilch in eigenen Marken ab, sondern auch die Großen der Biolebensmittelbranche wie Alnatura, Dennree und Weiling (Marke Bioladen). Die Vermarktung der Milch als Handelsmarke sei für die Molkereien eine Möglichkeit, große Mengen am Markt unterzubringen, stellt oekolandbau.de fest.

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