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Stand 21. Januar 2019

Blauzungenkrankheit: Die aktuellen Fälle

Kuh-Detail-Auge
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Jana Dahlke, agrarheute
am
21.01.2019

Die für Rinder gefährliche Blauzungenkrankheit breitet sich weiter aus. Neben Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ist nun das Saarland betroffen.

Update 21. Januar 2019: Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Hessen sind seit Jahresbeginn insgesamt 13 neue Fälle der Blauzungenkrankheit vom Serotyp-8 aufgetreten. Aus diesem Grund müssen die bisherigen Sperrgebiete im Süden des Landes nun um die Landkreise Limburg-Weilburg, Hochtaunus, Rheingau-Taunus, Main-Taunus und Offenbach sowie die kreisfreien Städte Frankfurt, Offenbach und Wiesbaden erweitert werden.

Auch Teile in Nordrhein-Westfalen sind zu Sperrgebieten erklärt worden. Davon betroffen sind die Kreise Euskirchen, Düren, Rhein-Erft und teilweise der Kreis Heinsberg sowie die Städte Aachen, Bonn und Köln, wie das Düsseldorfer Landwirtschaftsministerium mitteilte.

15. Januar 2019: Blauzungenkrankheit im Saarland

Mittlerweile ist die Blauzungenkrankheit auch im Saarland ausgebrochen. Das bestätigte am Montag (14.01.19)  das Nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut. Bei einem Kalb im Saarland ist der Erreger nachgewiesen worden, wie das saarländische Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz gegenüber agrarheute mitteilte. Es sei vorgesehen, möglichst alle Rinder des Betriebs gegen die Krankheit zu impfen und ihre Behandlung mit einem Insektizid anzuordnen.

Nach Aussage des Ministeriums sollen Blutproben der Tiere auf die Blauzungenkrankheit untersucht werden, um die Ausbreitung des Virus in dem Betrieb abschätzen zu können.

14. Januar 2019: Blauzungenkrankheit in Baden-Württemberg

Die Blauzungenkrankheit breitet sich in Baden-Württemberg weiter aus. „Bisher wurde das Virus der Blauzungenkrankheit vom Serotyp 8 in 14 Betrieben in den Landkreisen Rastatt, Breisgau-Hochschwarzwald, Freiburg Stadt und Lörrach festgestellt", sagte der baden-württembergische Landwirtschaftsminister Peter Hauk. Betroffen sei insbesondere Südbaden. „Die betroffenen Betriebe stehen unter amtlicher Beobachtung", so der Minister. 

In den Ausbruchbetrieben würden alle Rinder auf Blauzungenkrankheit untersucht und geimpft. „Die Ansteckung der Kälber und Rinder ist in den vergangenen Wochen erfolgt", sagte Peter Hauk. Die durch Stechmücken übertragene Tierseuche breite sich auch während der kalten Jahreszeit im Land weiter aus. Der Landwirtschaftsminister appellierte daher an alle Rinder-, Schaf- und Ziegenhalter, ihre Tiere gegen BTV-8 und BTV-4 impfen zu lassen.

Das sei dringend nötig, da im Frühjahr die Temperaturen ansteigen und die Mücken wieder vermehrt das Virus übertragen würden. Allerdings gebe es bei der Verfügbarkeit von Impfstoffen bereits Engpässe. „Daher ist es wichtig, die Impfungen zeitnah bei den Tierarztpraxen anzumelden", so der Minister. Sind die Impfvorräte aufgebraucht, müsse bis zur Lieferung von neu produziertem Impfstoff bis zu vier Monate gewartet werden.

11. Janur 2019: Blauzungenkrankheit bricht in Rheinland-Pfalz aus

In einem Rinderbestand im Landkreis Trier-Saarburg ist die Blauzungenkrankheit nachgewiesen worden. Das teilt das Landesuntersuchungsamt (LUA) mit. Das Ergebnis wurde ebenfalls durch das Nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt. Ganz Rheinland-Pfalz wird zum Restriktionsgebiet erklärt. Für den Handel mit Tieren gelten Einschränkungen.

Das gesamte Bundesland wurde am Freitag zum Sperrgebiet erklärt, wie der Sprecher des Landesuntersuchungsamtes (LUA), Achim Ginkel, in Koblenz sagte. Mindestens ein Tier wurde bereits vorsorglich getötet. Für den Menschen gilt die Virusinfektion als ungefährlich.

Der Erreger wurde in einem Rinderbestand im Kreis Trier-Saarburg nachgewiesen. Bei zwei weiteren Verdachtsfällen in Zweibrücken und dem Saarpfalz-Kreis stehe die Bestätigung des nationalen Referenzlabors noch aus, sagte Ginkel. Die Blauzungenkrankheit trifft vor allem Schafe, Ziegen und Rinder. Ein typisches Symptom ist eine geschwollene, blau gefärbte Zunge.

Das im Süden von Rheinland-Pfalz bereits bestehende Restriktionsgebiet, das im Dezember 2018 nach dem Ausbruch der Seuche im baden-württembergischen Ottersweier (Landkreis Rastatt) eingerichtet worden war, wird ausgeweitet. Davon betroffen sind auch Teile der Bundesländer Nordrhein-Westfalen und Hessen. Das Restriktionsgebiet muss mindestens zwei Jahre aufrechterhalten werden.

Dezember 2018: Blauzungenkrankheit in Baden-Württemberg ausgebrochen

Nach Informationen des Ministeriums für ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg ist die Blauzungenkrankheit des Serotyps 8 bei Rindern in einem Bestand im Landkreis Rastatt ausgebrochen. Die Tierseuche wurde im Rahmen einer routinemäßig durchgeführten jährlichen Kontrolle nachgewiesen. Der Betrieb steht nun unter behördlicher Beobachtung. Daher seien Seuchenbekämpfungsmaßnahmen in dem Tierbestand derzeit nicht notwendig.

Um den Ausbruchbetrieb wird nun ein Restriktionsgebiet eingerichtet. Wie das Stuttgarter Agrarministerium am Mittwoch mitteilte, gilt die Zone 150 Kilometer rund um den Ort des Ausbruchs. Es wird vollständig Baden-Württemberg und das Saarland sowie das südliche Hessen und Rheinland-Pfalz umfassen. Das Sperrgebiet muss mindestens zwei Jahre aufrechterhalten werden. Erst danach kann die Bundesrepublik Deutschland sich wieder als frei von Blauzungenkrankheit (bluetongue disease - BT) erklären.

Blauzungenvirus für den Menschen ungefährlich

Das Virus ist für Menschen nicht gefährlich. Fleisch und Milch sowie daraus hergestellte Erzeugnisse können daher ohne Bedenken verzehrt werden“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, am Mittwoch (12. Dezember) in Stuttgart.

Betroffene Tiere im Sperrgebiet müssen gemeldet werden

„Im Sperrgebiet und damit im gesamten Land sind sämtliche Rinder-, Schaf- und Ziegenhaltungen sowie die Haltung von Wildwiederkäuern dem jeweils zuständigen Landratsamt oder Bürgermeisteramt in den Stadtkreisen unter Angabe des Standorts der Tiere mitzuteilen. Hierzu kann ein Meldevordruck verwendet werden, der von den Ämtern zur Verfügung gestellt wird“, erklärte Minister Hauk.

Das Verbringen von Rindern, Schafen, Ziegen und gehaltenen Wildwiederkäuern innerhalb von Baden-Württemberg ist ohne vorherige Impfung oder Laboruntersuchung mit Genehmigung des jeweils zuständigen Veterinäramtes möglich. Dies ist aber nur zulässig sofern die Tiere beim Verbringen keine Krankheitssymptome aufweisen, die auf Blauzungenkrankheit hinweisen oder der Tierbestand nicht wegen eines Ausbruchs der Blauzungenkrankheit gesperrt ist. Auch in ein BTV-8-Sperrgebiet in anderen Ländern und Staaten können die Tiere ohne Impfung oder Laboruntersuchung mit behördlicher Genehmigung verbracht werden.

Das Verbringen beziehungsweise der Export von Wiederkäuern in ein BTV-8-freies Gebiet ist nur zulässig, wenn die Tiere einen wirksamen Impfschutz haben.

Mit Material von Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg
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