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Tierseuche

Blauzungenkrankheit: Regelungen zum Transport von Rindern verschärft

Rind mit Fliegen
am Mittwoch, 08.05.2019 - 10:24

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat die Regelungen für den Transport von Rindern aus den Blauzungenrestriktionsgebieten verschärft.

Es wird langsam wärmer in Deutschland und damit steigt das Risiko einer Übertragung des Blauzungenvirus durch Gnitzen (Bartmücken). Denn mit den steigenden Umgebungstemperaturen nimmt auch die Aktivität der Stechmücken als Überträger des Blauzungenvirus vom Serotyp 8 (BTV-8) wieder zu. Aus diesem Grund hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) auf Rat des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) die Regelungen für den Transport von Kälbern aus den Restriktionsgebieten verschärft. Bisher konnten die Tiere in BTV-freie Gebiete verbracht werden, wenn das Muttertier mindestens vier Wochen vor der Geburt gegen das Blauzungenvirus grundimmunisiert wurde.

Nach der neuen Regelung muss der Impfschutz gegen BTV-8 schon vor der Trächtigkeit bestanden haben, damit die Kälber weiterhin nur mit einer gültigen Tierhaltererklärung in BTV-freie Gebiete transportiert werden dürfen. Bestand beim Muttertier vor der Trächtigkeit kein Impfschutz, so muss den Kälbern vor dem Transport Blut entnommen und im Labor auf BTV untersucht werden. Eine Repellentbehandlung ist bei den Tieren jedoch nicht erforderlich. 

Vorgaben für den Transport von Rindern aus Restriktionsgebieten

In einer Risikobewertung beschreibt das FLI die saisonale Übertragungsgefahr des Blauzungenvirus durch Gnitzen in den Monaten Dezember bis März als vernachlässigbar und für die Monate April und November als mäßig. Dagegen sei das Risiko in den wärmeren Monaten Mai bis Oktober als hoch einzuschätzen. Besonders in diesem Zeitraum, in dem die Vektoren des Virus aktiv sind, könne das Verschleppen der Blauzungenkrankheit in nicht betroffene Regionen nur durch einen nachgewiesenen wirksamen Impfschutz verhindert werden. Konkret sollen folgende Regelungen das Verschleppen der Viruserkrankung innerhalb Deutschlands verhindern:

  • Tiere mit einem in der HI-Tier Datenbank eingetragenen, wirksamen Impfschutz gegen BTV-8 können aus Sperrgebieten ohne weitere Untersuchung verbracht werden.
  • Kälber von Muttertieren, die bereits zu Trächtigkeitsbeginn einen wirksamen Impfschutz hatten, können wie bisher mit Biestmilchverabreichung und einer Tierhaltererklärung in BTV-freie Gebiete transportiert werden.
  • Kälber von Muttertieren, die erst nach dem Trächtigkeitsbeginn geimpft wurden, dürfen nur in BTV-freie Gebiete transportiert werden, wenn neben der Kolostrumverabreichung und der Tierhaltererklärung zusätzlich eine PCR-Untersuchung zum Nachweis von Antikörpern durchgeführt wurde.
  • Für Schlachttiere gelten keine verschärften Regelungen für den Transport zum Schlachthof.
  • Tiere, die bereits geimpft wurden, bei denen aber kein wirksamer Impfschutz mehr vorliegt, können auf Antikörper gegen BTV-8 untersucht werden.
  • Zucht- und Nutztiere ohne wirksamen Impfschutz beziehungsweise ohne Antikörpernachweis gegen BTV-8 können nicht mehr aus Restriktionsgebieten innerhalb von Deutschland verbracht werden. Dies gilt auch für Kälber von nicht geimpften Muttertieren.
Mit Material von Friedrich-Loeffler-Institut/ Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg

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