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Tierseuche

Blauzungenkrankheit: Verschärfte Transportregelungen in der Kritik

Holstein-Kalb
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Jana Dahlke, agrarheute
am
10.05.2019

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat die Regelungen für den Transport von Rindern aus den Blauzungenrestriktionsgebieten verschärft. Die kurzfristigen Änderungen stoßen auf viel Kritik.

Das Bundeslandwirtschaftsministerium hat die Regelungen für den Transport von Rindern aus den Blauzungenrestriktionsgebieten verschärft, wie agrarheute berichtete. Ab dem 18. Mai muss nach der neuen Regelung der Impfschutz gegen BTV-8 schon vor der Trächtigkeit bestanden haben, damit die Kälber weiterhin nur mit einer gültigen Tierhaltererklärung in BTV-freie Gebiete transportiert werden dürfen, wie das Bayerische und auch das Hessische Umweltministerium in einem Schreiben informiert. Bestand beim Muttertier vor der Trächtigkeit kein Impfschutz, so muss den Kälbern vor dem Transport Blut entnommen und im Labor auf BTV untersucht werden.

Bauernverband kritisiert Umgang mit Blauzungenkrankheit

Die Einführung der neuen Regelung kam sehr plötzlich. Der Bayerische Bauernverband in Mittelfranken kritisiert massiv die neue, verschärfte Regelung im Umgang mit der Blauzungenkrankheit. "Unsere rinderhaltenden Mitgliedsbetriebe und der Bauernverband verstehen nicht, warum die bis zum 30. Juni in Bayern gültigen Verbringungsregeln jetzt von der Bund-Länder-Arbeitsgruppe aufgekündigt wurden", erklärt Ottmar Braun, BBV-Geschäftsführer des Bezirksverbands Mittelfranken.

Auslöser dieser Entscheidung ist eine neue Risikoeinschätzung des Friedrich-Löffler-Instituts. Denn mit den steigenden Umgebungstemperaturen nimmt auch die Aktivität der Stechmücken als Überträger des Blauzungenvirus vom Serotyp 8 (BTV-8) wieder zu. Aus diesem Grund hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) auf Rat des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) die Regelungen für den Transport von Kälbern aus den Restriktionsgebieten verschärft. Ottmar Braun weiter: "Das bedeutet für unsere Rinderhalter Riesenprobleme und verschärft die ohnehin schon sehr angespannte Situation in den betroffenen Gebieten."

Mit Material von Bayerischer Rundfunk, RZV Franken, Hessisches Ministerium für Landwirtschaft
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