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Milchproduktion

Britische Molkereien nehmen Preissenkungen zurück

von , am
31.07.2012

London - Die britischen Molkereien verzichten auf die zum 1. August angekündigten Preissenkungen. Damit haben die Milchviehhalter mit ihren Protesten einen wichtigen Etappensieg errungen.

Mitte Juli hatten 3.000 Milchbauern in London gegen die Preissenkungen demonstriert. © NFU
Mehr als eine Woche blockierten aufgebrachte Milcherzeuger in ganz Großbritannien verschiedene Molkereien sowie Lager und Filialen des Einzelhandels. Die friedlichen Protestaktionen haben sich gelohnt: Bis Ende vergangener Woche zogen alle vier führenden Milchverarbeiter die zunächst zum 1. August geplante Senkung der Erzeugerpreise um durchschnittlich zwei Pence oder umgerechnet 2,6 Cent je Liter zurück.
 
Als letztes Unternehmen lenkte die zur Müller-Gruppe gehörende Robert Wiseman Dairies ein. Zuvor hatten bereits First Milk und Arla Foods den Rückzug angetreten. Dairy Crest will die Kürzung mindestens zwei Monate aussetzen. Die Landwirte sehen nun von weiteren Blockaden und Aktionen vorerst ab.

Weitere Gespräche geplant

Norbert Lehmann, Redaktion agrarmanager
Norbert Lehmann, Redaktion agrarmanager
Der Präsident des britischen Bauernverbandes (NFU), Peter Kendall, sagte, er sei sehr stolz auf das Erreichte. Zugleich betonte er, das Ziel sei keine schnelle Notlösung, sondern ein langfristig nachhaltiger Erzeugerpreis für alle Milchviehhalter.
 
Der Vorsitzende der Organisation Farmers for Action (FFA), David Handley, bewertete das Ergebnis als "starkes Signal der Einheit in der Milchwirtschaft".
 
Die Proteste werden von einer Allianz aus NFU, FFA, dem Pächterverband und den Landfrauen koordiniert und unterstützt. Der FFA will nun dafür kämpfen, dass die Molkereien auch die Preissenkung vom Mai beziehungsweise Juni dieses Jahres zurücknehmen. Dazu sollen in dieser Woche weitere Gespräche geführt werden. Handley schloss eine Wiederaufnahme der Protestaktionen nicht aus.
 
In der vergangenen Woche hatte die Milchindustrie bereits dem Druck der Landwirte und der Politik nach einer freiwilligen Rahmenvereinbarung für Milchlieferverträge nachgegeben. Die Einzelheiten des Lieferkodex sollen im August ausgehandelt werden. 

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