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Zucht

Brüder des Sensationsstiers sind günstig zu haben

von , am
04.02.2014

Miesbach/Arzbach - Anfang Januar sorgte die Versteigerung des jungen Fleckviehstiers Melchior für 104.500 Euro für Aufsehen. Jetzt kamen seine beiden Brüder unter den Hammer.

Balthasar macht ebenfalls Karriere als Besamungsbulle. Er wurde auch umbenannt und heißt jetzt Montevideo. © Willibald
Vergangenen Mittwoch waren die Zuschauerränge in der neuen Oberlandhalle in Miesbach wieder voll, als 24 Fleckviehstiere und fast 290 Stück Jungvieh zur Versteigerung anstanden. Auch die Züchterfamilie Willibald aus Arzbach (Kreis Bad Tölz-Wolfratshausen), die vor drei Wochen ihren einjährigen Stier Melchior hier für sensationelle 104.500 Euro versteigern konnte, war wieder da und hatte ein paar Tiere zum Verkauf mitgebracht: zwei Stiere und eine Jungkuh. Die beiden Jungbullen waren die Brüder von Melchior, der als Drilling zur Welt kam. Das Stier-Trio ist nach den Heiligen Drei Königen benannt - Kaspar, Melchior, Balthasar. Melchior wurde inzwischen jedoch umgetauft und heißt nun Mint, weil es bereits einen Zuchtstier namens Melchior gibt.

Auch Balthasar ist ein Einser-Stier

Vor der Versteigerung wurden die Tiere wie üblich gekört, also in Gruppen eingeteilt. Ihr Auftreten und ihre inneren Werte waren hier entscheidend. Die ganz guten sind die Einser-Stiere. Von den 24 zum Verkauf angebotenen Stieren erhielten zwei die Note eins. Einer davon war wieder aus dem Hause Willibald: Es war Balthasar. Sein Bruder Kaspar, bekam die Note 2a.
 
Bei der anschließenden Versteigerung führte Züchterin Marianne Willibald ihren Jährling Balthasar, der jetzt Montevideo heißt, persönlich im Ring vor. Sie musste diesmal jedoch bei weitem nicht so viele Runden drehen, wie ihre Tochter vor drei Wochen mit Melchior/Mint. Diesmal ging alles viel schneller. Der Auktionator erteilte denn Zuschlag bereits bei 16.800 Euro - was aber immer noch ein sehr ansehnlicher Preis für einen jungen Stier ist, auch wenn es nur ein Bruchteil des Verkaufserlöses von Melchior/Mint ist. Für Balthasars/Montevideos Einsatz als Besamungsbulle reicht es dennoch.
Die Bayern Genetik GmbH, eine Besamungsstation in Grub bei München, hat ihn ersteigert. Balthasars/Montevideos genomische Zuchtwerte reichen zwar nicht überall an die seines Bruders Melchior/Mint heran, sehen lassen können sie sich trotzdem: Sein Gesamtzuchtwert liegt bei 134, Milchwert 115, Fleischwert 113 und Euter 130. In der Fitness kommt er auf beeindruckende 134 Punkte. Die Milchmenge beträgt +886 Kilo.

Kaspar und die Kuh

Bei Kaspar war die Versteigerung noch schneller beendet. Er zog für 2.650 Euro in einen neuen Stall an den Starnberger See um und heißt fortan Magnetit. Ein Privatmann aus Grub hat ihn ersteigert. Sein genomischer Gesamtzuchtwert liegt bei 125, sein Milchwert bei 111, sein Fleischwert bei 107 und sein Fitnesswert bei 129 Punkten.
 
Das Jungvieh, das die Willibalds ebenfalls zur Versteigerung mitbrachten, wechselte für 2.050 Euro den Eigentümer - ein guter Preis für eine junge Kuh, den Marianne Willibald, die Tochter der Züchterin, vor allem mit den guten Zuchtwerten der Mutterkuh begründet sieht.
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