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Milchproduktion

Brüssel verkauft weiter kein Magermilchpulver

von , am
26.07.2010

Brüssel - Die EU-Kommission behält ihre Linie bei den Interventionsverkäufen für Magermilchpulver bei. Solange die Gebote nicht marktgerecht sind, bleiben die EU-Läger geschlossen.

© agrarfoto.com

Auch beim jüngsten zuständigen Verwaltungsausschuss in Brüssel lehnte die Europäische Kommission sämtliche Kaufgebote erneut als zu niedrig ab.

Das Maximalgebot betrug 1,98 Euro je Kilo (Euro/kg), während die gewichteten EU-Durchschnittspreise für Lebensmittelqualität mit 2,23 Euro/kg und für Futtermittelware mit 2,09 Euro/kg angegeben wurden. Allerdings war die nachgefragte Menge mit 500 Tonnen vergleichsweise gering.

Zu wenig für Butter geboten

Wie die Behörde am vergangenen Donnerstag im Anschluss an die Sitzung weiter mitteilte, wurde die Entscheidung von den Mitgliedstaaten einstimmig mitgetragen. Auch der Butterverkauf blieb diesmal im Einvernehmen ausgesetzt, obwohl lediglich die französischen Restbestände von 0,7 Tonnen an den Mann gebracht werden sollten. Die Händler boten 3,10 Euro/kg. In Anbetracht der geringen Menge könne man den niedrigen Preis zwar durch erhöhte Transportkosten rechtfertigen, so die Kommission. Aus Vorsicht habe man sich jedoch entschieden, das Gebot abzulehnen, um keinen Preis festzulegen, der deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 3,64 Euro/kg liege.

Die nächste Ausschreibung findet erst am 26. August statt. Dann sind 1.545 Tonnen Butter und 79.553 Tonnen Trockenmilch im Angebot.

Magermilchpulver: EU derzeit stärkster Exporteur

Ferner wurden Anfragen nach Exporterstattungen für 3.300 Tonnen Magermilchpulver und 200 Tonnen Butter abgewiesen. Nach Angaben der Kommission ist die EU von Januar bis Mai zum größten Magermilchpulverexporteur am Weltmarkt aufgestiegen. Mit gut 145.000 Tonnen wurden sogar die neuseeländischen Lieferungen um etwa 5.000 Tonnen übertroffen - ohne dass in diesem Zeitraum Exporterstattungen gezahlt worden wären. Bei den Käseausfuhren ist die EU sowieso führend: Fast 260.000 Tonnen exportierte die Gemeinschaft in den ersten fünf Monaten des Jahres und übertraf damit die Konkurrenz aus Ozeanien und den USA um das Drei- bis Fünffache. Die Nase weiter vorn hatte Neuseeland bei Vollmilchpulver und Butter. Potential zeigt sich für EU-Exporteure auf dem chinesischen Markt, der nach wie vor auch bei Käse und Magermilchpulver von den exportstarken Erzeugern im Südpazifik dominiert wird. (AgE)

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