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Haltung und Mast

Bullenmäster trotzen hohen Bodenpreisen

© agrar-press
von , am
23.04.2013

Braunschweig - Die meisten Bullenmäster sind mit ihrer Situation zufrieden, wie aus einer aktuellen Umfrage hervorgeht. Probleme bereiten steigende Bodenpreise, hohe Futterkosten und die Kälberqualität.

Schlachtrinder-Markt: Der Preis für Jungbullen der Handelsklasse R3 liegt derzeit bei 3,70 Euro/t. © agrar-press
In einer aktuellen Befragung bewerten 70 Prozent (%) der Rindermäster ihre wirtschaftliche Situation trotz gesunkener Direktzahlungen als sehr gut oder gut. Ein Drittel der Befragten strebt sogar eine Betriebserweiterung an. In die Ergebnisse der nicht repräsentativen Befragung gingen die Angaben von rund 350 Betrieben in ausgewählten Schwerpunktregionen der Bullenmast in Deutschland ein.
 
Die Befragung wurde im Rahmen einer Masterarbeit in Kooperation mit dem Thünen-Institut für Betriebswirtschaft durchgeführt. Der Erhebungszeitraum war Juni bis August 2012.      

Problem: Steigende Preise für Pacht, Landkauf und Kälber

Trotz der guten Einschätzung der Gesamtsituation sieht die große Mehrheit der Befragten in steigenden Land- und Pachtpreisen das größte Problem für die Zukunft. Auch die steigenden Kälberpreise sind für viele Landwirte ein wirtschaftliches Hemmnis in fast allen Regionen.
 
Zusammen mit den Kosten für Futtermittel machen diese drei Komponenten etwa 70 % der Gesamtkosten in der Bullenmast aus.
Kälberqualität lässt zu wünschen übrig
 
Darüber hinaus entwickelt sich offensichtlich nicht nur der Kälberpreis, sondern auch die Kälberqualität nachteilig für die Landwirte. So stimmten 75 % der Aussage zu: "Es wird schwierig, in der Bullenmast geeignete Einstalltiere zu finden." 
 
Dennoch ist der Anteil von Mastbetrieben mit mehr als 250 Tieren in den letzten Jahren gestiegen. Auch will sich die Mehrheit der Bullenmäster weiter auf die Bullenmast spezialisieren.
 
Dabei stehen die Zeichen auf Wachstum: Ein Drittel der Befragten strebt eine Bestandserweiterung in den nächsten fünf Jahren an, Betriebe mit weniger als 150 Bullen haben an Bedeutung verloren. 

Alternativen zur aktuellen Organisation

Als häufigste Alternativen zur derzeitigen Organisation der Bullenmast nennen die befragten Landwirte die Auslagerung von Arbeiten an Lohnunternehmen, ferner außerlandwirtschaftlichen Einkommen sowie Kooperationen im Ackerbau und der Maschinennutzung.

Deutliche regionale Unterschiede

Während nach Angaben des Statistischen Bundesamtes die meisten Mastbetriebe in Bayern liegen, werden die meisten Tiere in Niedersachsen gehalten. In der aktuellen Untersuchung wurden Bullenmäster in den Regionen Nieder-/Oberbayern, Mittel-/Unterfranken, Münsterland, Weser-Ems und den Küstenregionen befragt. Dabei zeigten sich deutliche Unterschiede.
 
Obwohl in Mittel-/Unterfranken das größte prozentuale Bestandswachstum in den letzten zehn Jahren stattgefunden hat, gibt es bei den Bestandsgrößen immer noch ein deutliches Nord-Südgefälle.
 
So waren die meisten Bullenplätze pro Betrieb in den Regionen Münsterland, Weser-Ems sowie in den Küstenregionen vorhanden.
 
In den südlichen Regionen mit kleineren Beständen kann Gülle und Mist eher auf den eigenen Flächen verwertet werden, während in den anderen Regionen diese Stoffe an die Nährstoffbörse oder an andere Betriebe abgegeben werden müssen.
 
Auffällig war, dass zahlreiche Betriebe im Süden in den nächsten fünf Jahren die Bullenmast an neue Haltungsformen anpassen wollen, da sie hierfür mit Investitionsförderung durch das Land rechnen. Demgegenüber lehnen Mäster im Münsterland und Weser-Ems Neuerungen ohne Preisaufschläge für Rindfleisch größtenteils ab.

Deutliche Unterschiede gab es auch bei den Pachtpreisen: Im Münsterland und der Region Weser-Ems liegen sie mit knapp 900 Euro pro Hektar weit über den Preisen in den anderen Regionen.
 

Hofreport: Bullenfütterung mit TMR

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