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Milchmarkt

Butterpreise gehen an der Börse in die Knie

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Josef Koch, agrarheute
am
09.10.2017

Der Höhenflug der Butterpreise ist jäh gebremst. Der Markt kühlt sich ab. Das hat Folgen für die Milchpreise im kommenden Jahr.

Melkstand mit Kühen

Der Höhepunkt der Butterpreise scheint überschritten. An der EEX Leipzig sind die Notierungen für Butterkontrakte in den letzten Tagen deutlich in die Knie gegangen.

So gingen zum Beispiel die Notierungen für den Dezemberkontrakt innerhalb einer Woche um 540 Euro/t auf zwischenzeitlich 5.230 Euro je Tonne zurück. Auch für die kommenden Liefermonate bis September bewerten die Markteilnehmer die Butterpreise sogar nur noch mit 4.800 Euro je Tonne.

Entsprechend niedrig sind für diesen Zeitraum die Rohstoffverwertungen. Während sich für Oktober noch eine Rohstoffverwertung von knapp 39 Cent/kg ergab, sind bis Jahresmitte 2018 sogar nur noch weniger als 33 Cent/kg möglich, wie der aktuelle dlz-Börsen-Rohstoffwert zeigt.

Milchpreis: Börse übertreibt mit Rückgang

Als Grund für die stark gefallenen Butterpreise nennen Marktbeteiligte die höheren Anlieferungsmengen an Rohmilch. Ebenso haben die Molkereien die Käseproduktion zurückgefahren, so dass mehr Milchfett am Markt zur Verfügung steht. „Butterkäufer agieren an der Börse derzeit sehr zurückhaltend“, erläutert Florian Hildebrand von der H. Jürgen Kiefer GmbH. Die Stimmung an der Börse sei derzeit sehr bearish.

Die Börsennotierungen liegen inzwischen sogar deutlich unter den Kassamarktpreisen. "Man sollte jedoch bedenken, dass die Börse oft nach prägnanden Marktimpulsen positiv wie negativ sehr stark schwankt", beruhigt Hildebrand. Doch trotz alledem ist der derzeitige Trend deutlich negativ ausgeprägt. Wer als Landwirt an der Börse derzeit seinen Milchpreis absichern will, sollte dies im Blick behalten. Wohlüberlegtes Vorgehen bei gleichzeitiger Beachtung der eigenen Kalkulation ist ratsam.

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