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Tiergesundheit

BVD: Massentests in der Schweiz angeordnet

Schweizer Alpen mit grasender Kuh
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Jana Semenow, agrarheute
am
06.10.2017

Bereits Anfang August gab es auf zwei Urner Alpen BVD-Verdacht. Erst jetzt werden bei allen Rindern in dieser Region Massentests durchgeführt.

Anfang August wurden auf den zwei Alpen Fiseten und Alplen im Kanton Uri (Schweiz) nahe des Klausenpasses Mutterkühe während Abortuntersuchungen positiv auf Bovine Virusdiarrhoe (BVD) getestet.

Mehr als 50 Tierhalter betroffen

Weitere BVD-Antikörper-positive Tiere wurden am 12. September auf Fiseten und am 14. September auf Alplen gefunden. Daraufhin beschloss der Veterinärdienst der Urkantone, sämtliche Rinder beider Alpen auf BVD-Antigene zu untersuchen und trächtige Rinder unter Verbringungssperre zu stellen.

Dass die betroffenen Züchter, deren Tiere sich auf einer der beiden Alpen befanden, erst jetzt informiert wurden, wird zurzeit kontrovers diskutiert. Die rund 850 Rinder befinden sich mittlerweile wieder auf ihren Heimatbetrieben, wie der schweizerbauer.ch am Montag berichtete. Einzelne der betroffenen Tiere wurden bereits verkauft oder nahmen an Viehschauen teil. Über 50 Tierhalter sollen mittlerweile betroffen sein.

BVD-Untersuchungen reichlich spät

Es stellt sich die Frage, ob die Untersuchungen nicht zu spät vorgenommen wurden. „Dies war der Fall, weil es sich um sehr weitläufige Alpgebiete handelt und es daher schwierig war, die Tiere zu fixieren, teilte der Kantonstierarzt der Urkantone mit.

Der Massenauftrag für die Beprobung der betroffenen Tiere wurde am 21. September in Auftrag gegeben. Dies geschah nachdem die aufgearbeiteten Tierverkehrsmeldungen in der Tierverkehrsdatenbank (TVD) den Standort der Rinder ermittelte. Es handelt sich um eine Verdachtsabklärung, wie der schweizerbauer.ch weiter berichtet. Ein direkter Virusnachweis sei bis jetzt nicht gefunden worden. Die betroffenen Tierhalter sollen Ende Oktober oder Anfang November über weitere Maßnahmen informiert werden.

BVD-Infektion hat keinen Einfluss auf Viehausstellung

Das Auftreten der BVD-Infektion habe für die kantonale Viehschau nur bedingte Einschränkungen. Die anstehende Viehausstellung am kommenden Samstag soll trotz aufgetauchter BVD-Fälle durchgeführt werden können. Hierbei dürfen aber nur Tiere teilnehmen, die aus einem amtlich anerkannten BVD-freien Betrieb stammen.

Sämtliche betroffene Betriebe werden laut schweizerbauer.ch bis spätestens kommenden Donnerstag vom Veterinärdienst der Urkantone (VDU) schriftlich über ihren BVD-Status informiert.

Mit Material von Schweizer Bauer (www.schweizerbauer.ch)
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