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Landwirt des Jahres 2020

CeresAward: Felix Hoffarth ist der Landwirt des Jahres 2020

Ceres Award
am Mittwoch, 24.03.2021 - 19:30 (Jetzt kommentieren)

Bei Felix Hoffarth bildet alles einen Kreislauf. Alle Bereiche passen zusammen und ergänzen sich. Damit zeigt er auf seinem Betrieb, wie moderne, nachhaltige Landwirtschaft aussehen kann. Erfahren Sie mehr über den CeresAward Landwirt des Jahres 2020.

Unser CeresAward-Sieger hat ein Betriebskonzept, das in allen Bereichen wohl durchdacht ist. Die Produktionssysteme greifen ineinander wie Zahnräder. Die Arbeitsspitzen sind so verteilt, dass alles leistbar bleibt. Dabei hat er die Rentabilität seiner Betriebszweige immer im Blick. Er hat das Kreislaufdenken auf seinem Hof perfektioniert. Damit schafft er Effizienz und Nachhaltigkeit. So lautet die Begründung für den Landwirt des Jahres 2020.

Unter Hochspannung kürte Moderatorin Susanne Schöne den Sieger bei einem festlichen online-Livestream mit Zuschaltungen aus dem ganzen deutschsprachigen Raum. Der Geschäftsführer des Deutschen Landwirtschaftsverlags Christian Schmidt-Hamkens und der Chefredakteur Simon Michel-Berger gratulierten dem jungen Landwirt. Michel-Berger verkündete außerdem, dass der Sieger nicht nur die Anerkennung und das Preisgeld erhält, sondern auch das Titelbild der Aprilausgabe von agrarheute ziert. Der Überraschungsgast des Abends, Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner beglückwünschte den Rinderhalter aus Hessen ebenfalls zu seinem Sieg. Mit einer Grußbotschaft war auch der Präsident des Deutschen Bauernverbands Joachim Ruckwied unter den Gratulanten. Der Preisträger war völlig überrascht und überwältigt von der erhaltenen Auszeichnung.

Landwirt des Jahres 2020: So urteilte die Jury

Neben dem Kreislaufdenken zeichnete die CeresAward-Jury den Landwirt aus, weil er ein Händchen und ein Auge für Tiere habe. Das zeigten nicht nur die Zuchterfolge. Er achte auf die Haltung und darauf, dass sein Handeln von Außenstehenden verstanden werde. Dabei habe er die Erzeugung von der Aufzucht bis zur Vermarktung selbst in der Hand. Außerdem sei er kein Einzelkämpfer, sondern wirke und werbe aktiv für Kooperationen in und um die Landwirtschaft.

Die Juroren waren Alexander Hörmann und Josef Reiter vom Hauptsponsor DEUTZ-FAHR, Carsten Matthäus vom Deutschen Landwirtschaftsverlag, Simon Michel-Berger und Markus Pahlke aus der Redaktion agrarheute und last but not least Linda Kelly, die Landwirtin des Jahres 2019.

Über 200 Bewerbungen aus dem gesamten deutschsprachigen Raum waren letztes Jahr für den CeresAward eingegangen. Neben zehn Kategoriensiegern, welche die gesamte Bandbreite der Landwirtschaft widerspiegeln, wird ein Gesamtsieger, der „Landwirt des Jahres“ gekürt. So hatte Felix Hoffarth schon in der Kategorie "Rinderhalter des Jahres" gewonnen.

Arbeitsspitzen brechen

Der 27-Jährige Landwirt hat den Betrieb 2019 übernommen. Und er hat schon eigene Pläne für weitere Ställe – sowohl für die Rinder als auch für die Puten, um die Direktvermarktung weiter auszubauen.

Seine Eltern hatten begonnen, den Betrieb nach ökologischen Kriterien zu bewirtschaften. So wurde der Junior auf einem ökologisch wirtschaftenden Hof groß und hat erlebt, dass ein Betrieb auf diese Weise erfolgreich wachsen kann. Dem Agraringenieur ist es wichtig, dass ihn die Arbeit nicht aus dem Tritt bringt. Deshalb legt er besonderes Augenmerk auf das Aufteilen und Koordinieren der Tätigkeiten auf dem Hof.

Die Arbeitsspitzen in den Betriebsbereichen sind fein aufeinander abgestimmt. Bei der Betriebsentwicklung beachtet er genau, wie und ob sich zusätzliche Arbeit auf das Jahr verteilen lässt. Neben dem Ackerbau sind es vor allem die Fleischrinder, die für den Landwirt im Mittelpunkt stehen und den Kreislauf auf dem Betrieb schließen.

Puten im Rinderstall

Dazu kommen die Puten, die die Stallfläche der Rinder im Sommer nutzen und die Pensions- und Zuchtpferde, die das Grünland beweiden. Wie konsequent die Bereiche durchdacht sind, zeigt sich bei den Angusrindern im Betrieb.  Sie werden seit 1989 auf dem Hof gezüchtet.

Die Herde umfasst 47 Muttertiere mit Nachzucht und drei Deckbullen, insgesamt 115 Tiere. Einen Großteil der Nachzucht verkauft Hoffarth als Zuchtvieh. Dass nicht nur die inneren Werte der Angusrinder stimmen, sondern auch das Exterieur passt, machen die Schauerfolge deutlich, die die Familie mit ihren Tieren erringen konnte, darunter einen Europa-Champion und mehrfache Landessiegertitel.

Der vertrauensvolle Umgang mit den Rindern ist ein wichtiger Bestandteil der Hoffarth´schen Fleischrinderphilosophie. Ohne dies wäre es kaum möglich, mit fremden Personen auf der Weide direkt in die kälberführende Mutterkuhherde zu gehen, um Tiere aus der Nähe zu beurteilen.

Ruhiger Umgang und besondere Zuchtphilosophie

Der ruhige Umgang mit den Kühen ist zusätzlich auch eine hervorragende Grundlage für die vielen Kindergartengruppen und Schulklassen, die im Rahmen des Programms „Bauernhof  als Klassenzimmer“ zu Besuch auf die Eselsmühle  kommen.

Hinsichtlich der Zuchtphilosophie tritt der Betriebsleiter in die Fußstapfen seiner Eltern. Weder Kälber noch Muttertiere erhalten zusätzliches Kraftfutter. Nur die Bullen bekommen Bruchkorn des Betriebs. So selektiert Felix Hoffarth auf eine gute Milchleistung der Mütter.

Auch beim Transport zum Schlachthof in den nicht weit entfernten Ort Wetter hat der ruhige und möglichst stressfreie Umgang mit den Tieren Priorität. So werden immer mindestens zwei Tiere gemeinsam transportiert.

Landwirt oder Landwirtin des Jahres: Entscheidend für den Sieg

Entscheidend für den Sieg sind nicht Höchstleistungen auf dem Feld oder im Stall, sondern beste wirtschaftliche Ergebnisse bei gleichzeitiger Berücksichtigung bäuerlicher Unternehmertugenden wie Mut, Ideenreichtum und Verantwortungsbewusstsein für Mensch, Tier und Natur.

Als Preisgeld erhält der Gesamtsieger 10.000 Euro. Hauptsponsor DEUTZ-FAHR stiftet zudem 50 Einsatzstunden mit einem Schlepper aus der aktuellen Serie. Die Sieger der Einzelkategorien des CeresAward erhalten jeweils ein Preisgeld von 1.000 Euro.

Mehr zur Bewerbung für den CeresAward finden Sie unter: www.ceresaward.de

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