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Milchproduktion

China importiert immer mehr Milch

© Freer/fotolia
von , am
08.08.2013

Mittlerweile sind die Chinesen der größte Importeur von Milchprodukten. Für das Jahr 2013 sagt das USDA ein sehr hohes Wachstum der Importe bei Vollmilchpulver voraus.

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Die Preise für Magermilchpulver lagen Anfang Oktober unter dem Interventionspreis von 169,80 Euro. © Freer/fotolia
China bewegt wieder einmal die Märkte. Das gilt auch für den Milchmarkt. Mittlerweile sind die Chinesen der größte Importeur von Milchprodukten (in Milchäquivalent) und damit auch maßgeblich für die Entwicklung der internationalen Exportpreise verantwortlich. Für das Jahr 2013 sagen die Experten des USDA ein sehr hohes Wachstum der Importe bei Vollmilchpulver voraus. Der Import von Magermilchpulver dagegen wird langsamer wachsen oder stagnieren. Wichtigster Lieferant von Milchprodukten ist bislang Neuseeland. Sollte das derzeitige Importverbot für neuseeländisches Milchpulver bestehen bleiben, hätte dies Auswirkungen auf die Handelsströme und die Weltmarktpreise.

Milchproduktion wächst weiter

Der Bestand an Milchkühen in China soll im Jahr 2013 etwa eine Größenordnung von 8,4 Millionen Tieren erreichen. Die produzierte Milchmenge wird auf 34,6 Mio. t geschätzt und wäre damit rund zwei Mio. t größer als im Vorjahr. Dabei haben insbesondere die hohen Futterkosten das Wachstum der chinesischen Milchproduktion im letzten Jahr gebremst.
 
Für das laufende Jahr erwartet das USDA einen kräftigen Anstieg der chinesischen Importe. Das betrifft nicht nur Milchpulver sondern auch Flüssigmilchprodukte (H-Milch). In diesem Segment ist Deutschaland offenbar der größte und nach den Untersuchungen des USDA auch der preiswerteste Lieferant für die Chinesen.

Boom beim Import von Vollmilchpulver

Am wichtigsten für den chinesischen Markt ist allerdings der Import von Vollmilchpulver. Dies wird insbesondere für die Herstellung von Babynahrung verwendet. Die chinesische Inlandsproduktion von Vollmilchpulver wurde für 2013 auf 1,22 Mio. t geschätzt. Den Verbrauch veranschlagt das Pekinger USDA-Büro allerdings auf 1,71 Mio. t und damit zehn Prozent größer als 2012. Damit steigt die Importmenge um weitere knapp 80.000 Tonnen auf 480.000 Tonnen an.

Import von Magermilchpulver wächst langsamer

Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass © dlv
Bei Magermilchpulver ist China erst recht auf Importe angewiesen. Hier beleibt die eigene Produktion mit rund 58.000 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr relativ unverändert. Der Verbrauch ist mit 243.000 fast fünfmal so hoch wie Produktion. Mit rund 185.000 Tonnen müssen deshalb drei Viertel der Verbrauchsmenge importiert werden. Im Vergleich zu letzten Jahr würde der Import (bei stagnierender Produktion) damit um 20.000 Tonnen zunehmen.
 
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