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Milchproduktion

China kauft erheblich mehr Milchpulver

von , am
28.01.2010

Zoetermeer - China importiert nach dem Skandal um verseuchte inländische Babynahrung wesentlich mehr Milchpulver aus dem Ausland. Das geht aus einer Analyse des Welthandels mit Molkereiprodukten durch die niederländische Productschap Milch hervor.

© Bobby Earle/fotolia

Von Jänner bis September 2009 kaufte China fast 90.000 Tonnen oder 370 Prozent mehr Vollmilchpulver ein als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Davon hat vor allem Neuseeland profitiert, das den Löwenanteil der chinesischen Einfuhren liefert. Aber auch Molkereien in der Europäischen Union schöpften aus dem Nachfrageboom der Volksrepublik Gewinne. Dem gegenüber haben europäische Lieferanten auf dem ebenfalls stark wachsenden algerischen Markt an Bedeutung eingebüßt.

Mit einer Zunahme um 41.475 Tonnen war Algerien im Berichtszeitraum der weltweit größte Importeur von Vollmilchpulver. Das Wachstum kam Anbietern aus Argentinien, Australien und Neuseeland zugute. Insgesamt wuchs der Welthandel mit diesem Produkt im ersten Dreivierteljahr 2009 um knapp drei Prozent auf 1,2 Millionen Tonnen und der Handel mit Magermilchpulver um 1,3 Prozent auf 794.000 Tonnen.

Käsehandel schrumpft

Rückläufig entwickelte sich hingegen der internationale Käsehandel, der um 1,5 Prozent auf 935.000 Tonnen schrumpfte. Die Europäische Union als wichtigster Exporteur konnte die Ausfuhr leicht um ein Prozent steigern, während Neuseeland ein Plus von 19 Prozent verbuchte. Großer Verlierer waren die USA, deren Auslandsabsatz von Jänner bis September 2009 um 40 Prozent einbrach. Die USA konnten damit ihre außergewöhnlichen Exporterfolge des Jahres 2008 nicht verteidigen. Nach einem starken Anstieg der Weltmarktpreise für Käse sieht die Productschap zurzeit Anzeichen eines entstehenden Preisdrucks.

USA verlieren an Boden

Der Welthandel mit Butter wuchs von Jänner bis September 2009 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um neun Prozent auf annähernd 521.000 Tonnen. Die zusätzliche Nachfrage wurde vor allem mit Ware aus Neuseeland und Australien bedient, aber auch europäische Butterhersteller konnten ihren Absatz steigern. Erneut waren die USA mit einem Rückgang ihrer Lieferungen um 82 Prozent der Verlierer nach dem außergewöhnlich guten Vorjahr. Der Weltmarktpreis für Butter war im Dezember 2009 rund doppelt so hoch wie sechs Monate zuvor. Nach eigenen Angaben bildet die Marktanalyse der Productschap Milch etwa 90 Prozent des weltweiten Handels mit Molkereiprodukten ab. (aiz)

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