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Milchproduktion

China: Mehr Kinder - Umsatzplus für Milchpulverproduzenten?

von , am
26.11.2013

Peking - Die Regierung Chinas will die Ein-Kind-Politik lockern. Marktteilnehmer rechnen deshalb mit einer steigenden Nachfrage, was die Aktienkurse für die Hersteller von Babymilchpulver klettern lässt.

China will die bestehende Ein-Kind-Politik lockern. © Jack.Q/Fotolia.com
Die Anteilsscheine börsennotierter chinesischer Molkereiunternehmen haben in der vergangenen Woche Rückenwind durch Pläne der Pekinger Regierung erhalten, die Ein-Kind-Politik zu lockern.
 
Weil die Investoren nun mit einem steigenden Absatz von Babymilchpulver rechnen, kletterten die Aktienkurse für Hersteller wie China Mengniu Dairy, China Modern Dairy Holdings und Biostime kräftig.

Knapp zwei Millionen mehr Kinder, fünf Prozent Umsatzplus bei Milchpulver

Den Regierungsplänen zufolge dürfen Paare, von denen ein Partner aus einer Ein-Kind-Familie stammt, künftig zwei Kinder haben. Bisher galt diese Regel nur für Paare, bei denen beide Partner Einzelkinder waren.
 
Analysten der US-amerikanischen Bank J.P. Morgan gingen davon aus, dass deshalb in China pro Jahr rund 1,8 Millionen Kinder mehr als bisher geboren werden könnten. Das entspreche einem voraussichtlichen Umsatzplus der chinesischen Hersteller von Babymilchpulver von fünf Prozent.
Gute Aussichten für US-Landwirtschaft
 
Die Auswirkungen der geänderten Ein-Kind-Politik in der Volksrepublik China könnten sogar für die Erzeuger und Verarbeiter im US-Farmgürtel spürbar werden. Vor allem werde China mehr Mais, Weizen, Sojabohnen und Ölsaatenschrot benötigen, um die wachsende Zahl von Nutztieren zu füttern, sagt Bruce A. Babcock, Professor für Ökonomie an der Iowa State University. "Mehr Kinder bedeuten einen höheren Verbrauch an Molkereiprodukten, und wenn diese Kinder älter werden, steigt auch der Fleischverbrauch", ergänzte Dan Kowalski, Ökonom bei der CoBank, die im Agrarbereich Darlehen und Exportfinanzierungen vergibt. "China wird seinen Bedarf an Mais und Soja nicht selbst decken können - und die USA sind einer der größten Lieferanten."
 
Importprognosen so hoch wie nie zuvor
 
Im Wirtschaftsjahr 2013/14, das am 1. Oktober begonnen hat, soll China laut dem US-Agrarministerium sieben Millionen Tonnen Mais und 69 Millionen Tonnen Soja importieren. Beides wären Einfuhren auf Rekordniveau. Außerdem wird prognostiziert, dass die Volksrepublik im Kalenderjahr 2014 775.000 Tonnen Schweinefleisch einführt. Auch dies wäre der bislang höchste Wert, berichtet Dow Jones News. "

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