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Milchproduktion

China will Wettbewerb des Molkereisektors stärken

von , am
27.08.2013

Peking - China plant Fusionen von Molkereien zu fördern, die Säuglingsnahrung herstellen. Außerdem soll Babymilchpulver nur noch in Apotheken verkauft werden.

Die Preise für Magermilchpulver legten im Schnitt um 31 Cent zu auf 210,1 Ct/kg. © Selket/Wikipedia
Wie chinesische Medien berichteten, soll in den nächsten fünf Jahren die Anzahl der chinesischen Hersteller nach den Plänen des MIIT von derzeit rund 127 bis Ende 2018 auf nur noch 50 schrumpfen. Besondere staatliche Unterstützung stelle das Ministerium nur drei bis fünf der verbleibenden Unternehmen in Aussicht. Fördervoraussetzung sei ein Jahresumsatz von jeweils über fünf Milliarden Yuan (610 Mio. Euro). Mit dieser Maßnahme wolle die Pekinger Regierung die internationale Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Hersteller verbessern.

Verbrauchervertrauen zurückgewinnen

Außerdem habe das Kabinett kürzlich nachdrücklich die Verbesserung der Qualität chinesischer Säuglingsnahrung gefordert. Hierfür habe die Ministerrunde das Führungspersonal aller heimischen Milchpulverproduzenten "vorgeladen", die nun aufgerufen seien, das verlorene Vertrauen der Verbraucher nach dem Melaminskandal im Jahr 2008 zurückzuerobern.
 
Weiterhin plant die chinesische Regierung, den Verkauf von Säuglingsnahrung nur noch in Apotheken oder in entsprechend qualifizierten Geschäften zuzulassen. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, soll auf diese Weise das Verbrauchervertrauen verbessert und gefälschte Markenware aussortiert werden. Allerdings sprach sich der Verband der chinesischen Molkereiindustrie gegen diese Maßnahme aus, weil der Vermarktungskanal keinen Einfluss auf die Produktqualität habe.
 

Mehr Importe seit Melamin-Skandal

Im Jahr 2008 hatte der Melamin-Skandal das Vertrauen der chinesischen Verbraucher in die Qualität des heimischen Milchpulvers erschüttert und seitdem die Importe kräftig steigen lassen. Zuletzt sorgte allerdings der Fund von Botulismus-Bakterien in Produkten des neuseeländischen Herstellers Fonterra für Besorgnis.
 
 
Fonterra ist ein wichtiger Lieferant von Säuglingsnahrung und deren Vorprodukten auf dem chinesischen Markt. Allein im ersten Quartal 2013 führte China der Nachrichtenagentur Xinhua zufolge insgesamt 240.000 Tonnen Säuglingsnahrung ein; die Produktionskapazität der chinesischen Hersteller soll bei etwa 600.000 Tonnen für das ganze Jahr liegen. Nur drei Unternehmen hätten einen Ausstoß von 30.000 Tonnen oder mehr. Der wertmäßige Jahresumsatz der zehn wichtigsten Marken belaufe sich auf insgesamt rund 18 Mrd. Yuan (2,2 Mrd Euro).
 
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