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Milchproduktion

Copa-Cogeca: EU-Abgeordnete müssen neue Milchkrise abwenden

von , am
15.07.2010

Brüssel - Die Dachverbände der EU-Bauern und ihrer Genossenschaften, Copa und Cogeca, fordern die Europa-Abgeordneten dringend auf, tätig zu werden und dem Aufkommen einer neuen EU-Milchkrise entgegenzuwirken.

© Udo Ingber/Fotolia

Sie verweisen darauf, dass bei nach wie vor labilen Märkten der Marktpreis nicht immer die Produktionskosten der Landwirte abdeckt.

"Die Erzeuger hatten schwer unter der gravierenden EU-weiten Milchkrise Ende 2008 zu leiden und mussten 2009 Umsatzverluste von nahezu zehn Milliarden Euro hinnehmen. Der Binnenmarkt ist nach wie vor labil und durch die Nachfrage auf den Weltmärkten bedingt, die sich jederzeit verändern kann. Folglich ist eine solide EU-Politik geboten, um eine weitere Krise abzuwenden", betonte Copa-Präsident Padraig Walshe vor dem Agrarausschuss des EU-Parlaments.

Die Initiative der EU-Abgeordneten, die Empfehlungen der hochrangigen Gruppe "Milch" zu langfristigen Maßnahmen für diesen Sektor zur Sprache zu bringen, sei zu begrüßen, zumal einige der Empfehlungen in Einklang mit den Ansichten der europäischen Bauernvertreter stünden.

Sicherungsnetze erhalten

Um diese in die Realität umzusetzen, müssten die Parlamentarier eng mit der EU-Kommission zusammenarbeiten. Es gelte insbesondere Instrumente der Marktverwaltung - als Sicherungsnetze - zu erhalten, um der wachsenden Marktvolatiliät zu begegnen, so Walshe.

Angebotsbündelung soll Verhandlungsposition der Bauern verbessern

"Der Anteil der Landwirte an den Einzelhandelspreisen geht zusehends zurück. Daher unterstützt Copa-Cogeca die Empfehlung, die Verhandlungsmacht der Landwirte in der Lebensmittelkette zu stärken, indem ihnen ermöglicht wird, das Angebot insbesondere über Genossenschaften zu bündeln. Formalisierte Milchanlieferungsverträge, möglicherweise auf freiwilliger Basis, würden ebenfalls ein gewisses Maß an Stabilität und Vorhersehbarkeit bieten - die einschlägigen Empfehlungen der hochrangigen Gruppe haben unseren Rückhalt", betonte der Copa-Präsident.

Wettbewerbsregeln anpassen

Außerdem bedürfe es einer Anpassung der EU-Wettbewerbsregeln, damit Genossenschaften und andere Erzeugerorganisationen sich vergrößern und kollektiv verhandeln können, was ihnen eine bessere Position in der Lebensmittelkette einbringt.

Genossenschaften: Der Schlüssel zur Nachhaltigkeit

Der stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgruppe "Milch" von Copa-Cogeca, Tommaso Mario Abrate, schloss sich dieser Meinung an und betonte: "Die langfristige Nachhaltigkeit der EU-Milcherzeugung lässt sich besser über im Besitz der Landwirte befindliche Genossenschaften erreichen. Wir sind davon überzeugt, dass die Empfehlungen der hochrangigen Gruppe, welche die spezifische Rolle der Genossenschaften anerkennen, eine gute Basis für weitere Aktionen darstellen, und rufen die Kommission und die EU-Abgeordneten zu Fortschritten und Legislativvorschlägen in diesem Jahr auf." (aiz)

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