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Milchproduktion

Copa-Cogeca: EU-Milchpaket reicht nicht aus

von , am
16.11.2012

Brüssel - Auf einem Seminar begrüßte Copa/Cogeca die schnelle Umsetzung des EU-Milchpaketes, forderte aber weitere agrarpolitische Instrumente zur Sicherung des Milchmaktes nach 2015.

Nicht alle Milchkühe sind für AMS geeignet. © Mühlhausen/landpixel
Der europäische Landwirte- und Genossenschaftsverbänd Copa-Cogeca hat am Mittwoch in Brüssel ein hochrangiges Seminar zur Umsetzung des vor kurzem beschlossenen EU-Milchpakets in den Mitgliedstaaten organisiert. Das Milchpaket zielt auf eine Stärkung der Vertragsbeziehungen zwischen Landwirten und Verarbeitungsbetrieben ab, um die schwache Stellung der Erzeuger in der Nahrungsmittelkette zu stärken und es ihnen zu ermöglichen, bessere Erlöse über den Markt zu erwirtschaften.

Verträge sollen Marktvolatilität entgegen wirken

Obwohl hinsichtlich des Nutzens des Milchpakets Unterschiede zwischen den Mitgliedstaaten bestehen, äußerte sich der Vorsitzende der Arbeitsgruppe "Milch" von Copa- Cogeca, Mansel Raymond, erfreut darüber, wie schnell die Gesetzgebung in den Mitgliedstaaten vorangebracht werde. Nun bleibe abzuwarten, wie gut diese Maßnahmen greifen.
 
Angesichts der extremen Marktvolatilität könnten Verträge bei der Abfederung dieser Schwankungen helfen und den Erzeugern ein gewisses Maß an Planbarkeit ermöglichen. Bessere Verträge helfen den Erzeugern auch dabei, eher als Preisfixierer denn als Preisnehmer aufzutreten, fügte Raymond hinzu.

Intervention und private Lagerhaltung sollen Krisen abfedern

Es war jedoch einhellige Meinung aller Seminarteilnehmer, dass dieses Milchpaket nicht ausreiche, um alle Herausforderungen zu meistern. Mit der geplanten Abschaffung der EU- Milchquoten im Jahr 2015 werde die EU gut aufgestellt sein, um den in den aufstrebenden Volkswirtschaften erwarteten Anstieg der Nachfrage nach Milchprodukten zu befriedigen. Der Markt werde dadurch jedoch auch stärker den Marktkräften und einer steigenden Volatilität ausgesetzt sein, sagte Raymond. Er hob deswegen die Bedeutung der Instrumente zur Verwaltung der EU-Märkte wie Intervention und private Lagerhaltung hervor, die die effektivsten Instrumente für den Umgang mit Krisen auf dem EU-Markt bleiben.
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