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Tierhaltung

Dänemark verzichtet auf die Tötung neugeborener Bullenkälber

Jersey-Kalb
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Jana Dahlke, agrarheute
am
12.12.2018

Die Tötung unerwünschter männlicher Jerseykälber soll in Dänemark bald ein Ende haben. Ab kommendem Jahr soll es eine neue Regelung geben.

Die dänischen Rinderhalter wollen auf die seit langem angeprangerte Tötung unerwünschter Kälber verzichten. Vergangene Woche kritisierte der Vorsitzende des Dachverbands der dänischen Land- und Ernährungswirtschaft (L&F), Martin Merrild, gegenüber der Zeitung Jyllands-Posten, dass jedes Jahr mehr als 23.000 männliche Jerseykälber kurz nach der Geburt getötet würden. Die Mast dieser Tiere rechne sich nicht in dem skandinavischen Land. Diese Praxis müsse gestoppt werden. Die Zuwachsraten von Bullen des Jersey-Rinds fallen in der Mast deutlich niedriger aus als bei anderen Rassen. Die Tiere brauchen länger bis zur Mastreife und erreichen längst nicht die Endgewichte anderer Rinderrassen. Daher wird aus ökonomischer Sicht derzeit oft von der Mast der männlichen Jerseykälber abgesehen.

Neue Vereinbarung zur Kälberaufzucht

Zunehmend regt sich aber auch im Berufsstand Widerstand gegen die Tötung der Bullenkälber aus wirtschaftlichen Gründen. In einer kürzlich vom Dachverband und den dänischen Molkereien unterzeichneten Vereinbarung wurde festgelegt, dass ab dem 1. Januar 2019 „die systematische Tötung“ von Kälbern in Biobetrieben untersagt ist. Diese Regelung betrifft allerdings nur rund 700 Tiere pro Jahr. Eine ähnliche Selbstverpflichtung für konventionell gehaltene Kälber ist jedoch schon in Arbeit und soll ebenfalls noch 2019 wirksam werden.

Mit Material von AgE
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