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Planung

Darauf kommt es beim Stallbau an

Rohbau eines Milchviehstalls aus Holz mit Baugerüst
am Freitag, 12.10.2018 - 05:00 (Jetzt kommentieren)

Die Idee steht: Ein neuer Stall muss her und der soll möglichst vollautomatisiert sein. Hier erfahren Sie, was Sie bei der Planung bedenken müssen.

Es kann losgehen! Der Standort ist gewählt. Die Planung steht an, und damit die sportliche Aufgabe, die unterschiedlichen Funktionsbereiche unter ein Dach zu kriegen. Tier, Mensch und Technik haben schließlich unterschiedliche Ansprüche an einen idealen Stall. Zudem soll er nicht zu teuer werden und kosteneffizient sein.

Bei Automatisierung ist der Stallneubau die beste Wahl

Um einen hohen Grad der Automatisierung umzusetzen, ist ein Neubau die beste Wahl. Er bietet Freiheit bei der Gestaltung von Funktions- und Selektionsbereichen. Wie das aussehen kann, hat die Landwirtschaftskammer Niedersachsen ausgearbeitet. Sie empfiehlt, klare Achsen für die Bereiche Füttern, Treiben und Melken einzuplanen.

Automatische Melksysteme profitieren von kurzen Achsen

Ein schmaler Baukörper eignet sich nach Aussagen der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) am besten für stationäre Entmistungsanlagen, da sie wenige, aber dafür möglichst lange Entmistungsachsen benötigen. Ein automatisches Melksystem (AMS) dagegen profitiert von mehreren kurzen Achsen.

Hierbei muss die Breite zwischen den Liegeboxenreihen bedacht werden. Breitere Übergänge zum Ausweichen oder Aufsuchen des AMS begünstigen die Leistungsfähigkeit des Roboters. Auch ein zusätzlicher Übergang in der Nähe der Melkbox mit einem Abstand von acht bis zehn Boxen bringt Vorteile. Eine Möglichkeit wäre ein Sechsreiher mit zwei außen liegenden Futtertischen und einer Roboterstraße dazwischen.

Vor- und Nachteile kompakter Ställe

Automatische Fütterungssysteme können kostengünstig angeboten werden, wenn die Futterküche in möglichst kompakten Ställen integriert wird und alle Futterachsen miteinander verbunden sind. Jedoch können sich Nachteile bei den gesamten Gebäudekosten, der übrigen Technik und der Erweiterbarkeit ergeben. Zudem ändern sich die Arbeitsabläufe in automatisierten Ställen möglicherweise auch einmal, wodurch häufiger zwischen Funktionsbereichen gewechselt werden muss, wie beim Nachtreiben von Tieren.

Beim Stallneubau vorausschauend planen

Nicht nur sich ändernde Funktionsbereiche, sondern auch eine höhere Anzahl an Tieren sollte bei der Planung beachtet werden. Nur den Liegeboxenbereich zu erweitern, reicht eben nicht aus. Auch weitere Melkeinheiten sowie ein Ausbau der Fütterungstechnik und der Entmistung sind einzuplanen. Möglich wäre es, den Liegeboxenlaufstall mit einem separatem Melkhaus anzulegen. Der Stall könnte als Doppel-Dreireiher über einen mittigen Futtertisch und einem zentralen Treibgang in der Mitte des Stalls in vier Gruppen unterteilt werden. Neben Funktions- sind auch gut durchdachte Separationsbereiche zur Einzeltierbehandlung wichtig. Sie helfen dabei, wertvolle Zeit bei Behandlungs- und Betreuungsmaßnahmen zu sparen.

Maßstabsgetreu bei der Stallplanung zeichnen

Bei der Planung der verschiedenen Abschnitte empfiehlt es sich, die Kühe bei Vollbelegung maßstabsgetreu einzuzeichnen. Leere Ställe wirken großzügiger, wodurch zu wenige oder zu schmale Übergänge in der Planung vorkommen. Gerade nach dem Wartebereich soltte ein Übergang spätestens nach acht Liegeboxen erfolgen. Sind zusätzlich Tränken vorhanden, muss der Gang mindestens 3,5 m breit sein.

Verhaltensweisen der Kühe in der Stallbauplanung bedenken

Bei der Planung gilt es aber nicht nur, an Erweiterungen zu denken, sondern, auch das Tierverhalten muss dabei berücksichtigt werden. Vor allem beim Einsatz automatischer Melk- und Fütterungssysteme kommt dem Tier- und Herdenverhalten eine besondere Bedeutung zu. Diese Systeme sollen möglichst selbstständig aufgesucht beziehungsweise durch das Tier bedient werden.

Eine feste Rangordnung mit Leitkuh ist nicht nur bei der Melkordnung wichtig, sondern kann auch die Zahl der Fressplätze beeinflussen. Wird das individuelle Verhalten bei der Planung nicht genügend beachtet, können sich Einschränkungen im Stall ergeben, die sich wiederum negativ auf die Leistungsfähigkeit auswirken.

Professionelle Bauberatung beim Stallbau hinzuziehen

Damit Sie sich bei Ihrem Bauvorhaben nicht verplanen, sollten Sie eine professionelle Bauberatung hinzuziehen. Das kann Ihnen in der Planungsphase hinsichtlich Tierverhalten, Erweiterbarkeit und Arbeitswirtschaft das beste Ergebnis bieten. Dies spart am Ende nicht nur Kosten, sondern auch Nerven. Gut geplant ist halb gebaut.

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