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Automatische Melksysteme

Darauf sollten Sie beim Stallbau achten

ktbl/agrarheute
am
30.11.2015

Bei Ställen mit automatischem Melken ist es im Gegensatz zu Ställen mit konventioneller Melktechnik notwendig, die Melkeinheit in den Stall zu integrieren. Nur so lassen sich die täglichen Wegstrecken für die Tiere möglichst kurz halten.

Die KTBL geht in ihrer Schrift "Automatische Melksysteme" unter anderem auf das Gebäudelayout und die Planungsgrundsätze ein, die notwendig sind, wenn die Milch über einen Melkroboter gewonnen wird. Grundsätzlich sollte die Melkeinheit dabei in den Stall gebaut sein, um so die täglichen Wegstrecken für die Tiere kurz zu halten.

Die zusätzlichen Einrichtungen für die Technik können als Einheit im Stall, am Rand des Stalles oder außerhalb gebaut werden. Vorteile der räumlichen Trennung sind, dass diese Gebäudeteile den Tierverkehr und die Luftzirkulation im Stall nicht behindern und in Leichtbauweise erstellt werden können. Eine Ausführung in Leichtbauweise erleichtert eventuell anfallende Umbauarbeiten zu einem späteren Zeitpunkt. Bei den anderen Räumen gibt es laut der KTBL-Schrift Folgendes zu beachten:

Melkbox: Kuhverkehr beachten

  • Als Standort für die Melkbox sollte eine Stirnseite des Stalls vorgesehen werden. Sind mehrere Einzelboxen oder eine Mehrboxenanlage geplant, empfiehlt sich die Mitte des Stalls als Einbauort, da so die Wege für die Tiere kurz gehalten werden.
  • Stalleinrichtungen, wie Tränke, Bürste und Kraftfutterautomat, sollten sich nicht im direkten Zugangs- oder Ausgangsbereich der Melkbox befinden, da hierdurch der Tierverkehr gestört wird.
  • Beim Zu- und Abgang sind Stufen zu vermeiden. Der Tierwechsel wird sonst verlangsamt und dadurch die Kapazität des Roboters reduziert.
  • Um die Funktionsfähigkeit des Roboters im Winter zu gewährleisten, muss der Raum möglichst trocken sein. Dies kann mit einem zusätzlichen Lüfter erreicht werden.
  • Die einzuplanenden Raummaße liegen je nach Anbieter bei 400 bis 500 cm Länge x 400 bis 450 cm Breite/Tiefe x 250 bis 280 cm Höhe.

Wartebereich mit oder ohne Vorselektion

  • Der Wartebereich ist mit oder ohne Vorselektion einzuplanen.
  • Er sollte gut belüftet und vor Nässe und Hitze geschützt sein. Auch ein Sonnenschutz ist vorzusehen.
  • Eine Tränkeeinrichtung ist empfehlenswert, darf den Tierverkehr aber nicht behindern.
  • Ein Spaltenboden gewährleistet die Sauberkeit der Tiere und damit auch der Melkbox.
  • Der Wartebereich sollte je Melkbox 15 bis 20 m² groß sein, um fünf bis sieben Tieren Platz zu bieten.
  • Nach Möglichkeit sollten im Wartebereich keine Einwegtore verwendet werden, da rangniedere Tiere diesen sonst nicht mehr verlassen können und infolgedessen den Wartebereich eventuell meiden. Ähnliches gilt auch für die Vorselektionen. Alternativen sind Bypass-Tore oder gesteuerte Zugänge im Wartebereich.

Selektions-, Abkalbe- und Krankenbucht

  • Eine Selektion nach dem Melken reduziert den Arbeitszeitbedarf für Untersuchungen und Behandlungen am Tier.
  • Die Selektionsbucht ist von den Abkalbe- und Krankenbuchten zu trennen.
  • Wichtig ist bei all diesen Buchten der Zugang zum Futter, möglichst direkt an der Fressachse, und zum Wasser.
  • Der Selektionsbereich sollte bei einer Einboxanlage mit zirka 80 Tieren für fünf bis sieben Tiere Platz bieten. Bei einer automatischen Nachselektion sollte eine Möglichkeit zur Vorgabe eines Selektionszeitraums bestehen.
  • Die Nachselektionsbucht sollte mit Selbstfangfressgitter ausgestattet werden, da die Tiere so leichter untersucht und behandelt werden können.

Ausführliche Hintergründe zu dem Thema finden Sie in der KTBL-Schrift 497 "Automatische Melksysteme".

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