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Milchmarkt

DBV: "Bauern bekommen zu wenig von den Rekordbutterpreisen ab"

Milchkühe im Mlekstand
Josef Koch, dlz agrarmagazin
am
12.07.2017

Die Butterpreise haben zwar ein Rekordhoch erreicht. Doch bei den Milchbauern kommt zu wenig auf den Höfen an, kritisiert der Deutsche Bauernverband.

Die Erlöse für Produkte mit längerer Haltbarkeit (Butter, Milchpulver, Kondensmilch) machen etwa ein Viertel des Erzeugerpreises für Rohmilch aus, wie der Deutsche Bauernverband erläutert. Demzufolge könne die Preisentwicklung bei Butter auf Rekordniveau nicht "eins zu eins" auf den Milcherzeugerpreis übertragen werden.

Trotz der belebenden Impulse vom Butter- und Käsemarkt wirkten die anhaltend schwachen Preise auf der Proteinseite, vor allem beim Magermilchpulver, weiter dämpfend auf Milcherzeugerpreise. Auch wenn beim Rohmilchpreis die Bäume nicht in den Himmel wachsen, würden sie immerhin wachsen, kommentiert der DBV.

Er geht in den nächsten Monaten von einem moderaten Anstieg der Milchauszahlungspreise für die Milchbauern aus. Dieser Preisanstieg sei, so der DBV, dringend notwendig, um die finanziellen Verluste der beiden vergangenen Jahre ausgleichen zu können.

Ursache des Preisanstiegs seien die positiven Kontraktabschlüsse für abgepackte Butter, erste Kontraktergebnisse beim Käse sowie die Entwicklung der Börsendaten an der europäischen Börse EEX in Leipzig. Derzeit erhalten die Milchbauern einen Milchpreis von rund 33 Cent/kg, vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 23 Cent/kg. Für die kommenden 12 Monate können sich Marktakteure einen Milchpreis von etwa 37 Cent/kg an den Warenterminmärkten absichern.

Mehr Risikomanagement nötig

Die aktuelle Entwicklung der Butterpreise, mit Schwankungen von bis zu hundert Prozent innerhalb eines Jahres, verdeutlichen laut DBV zudem die starken Volatilitäten auf dem Milchmarkt. Damit blieben zunehmende Preisschwankungen eine zentrale Herausforderung für die Milchbauern und Molkereien und deren privatwirtschaftliches Risikomanagement, wie die Warenterminbörse.

Auch die Politik bleibt weiter in der Pflicht. Das bestehende untere Sicherheitsnetz aus Intervention und Privater Lagerhaltung sowie der Direktzahlungen sei, wie der DBV mahnt, für zukünftige Marktschwankungen unabdingbar.

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