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Milchproduktion

DBV legt Forderungskatalog zur Milchpolitik auf den Tisch

von , am
20.04.2013

Berlin - Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat in der vergangenen Woche in seiner Präsidiumssitzung in Berlin einen "Milchpolitischen Forderungskatalog" verabschiedet.

Das ife Institut geht davon aus, dass der Milchpreis aktuell weder für Milchbauern, noch für Molkereien kostendeckend ist. © Mühlhausen/landpixel
Das Beschlusspapier richtet sich an Politiker in Deutschland und der Europäischen Union. Diese werden aufgefordert, "die Stellung der Milchwirtschaft nicht durch eine einseitige Kostenbelastung und wettbewerbsverzerrende Regulierung, wie sie etwa bei einer neuerlichen staatlichen Mengenregulierung oder durch weitere Auflagen für Güllelager entstünden, zu gefährden". Vielmehr erwartet die DBV eine "ermutigende Politik für eine unternehmerische und nachhaltige Milchwirtschaft, die sie in ihrer Markt- und Wettbewerbsorientierung stärkt". Der Forderungskatalog bringt in fünf Kapiteln (Markt, Betrieb, Tierhaltung, Umwelt und Agrarforschung) die Kernanliegen der deutschen Milcherzeuger an die Politik zum Ausdruck. mehr...

DBV rechnet mit steigenden Milchpreisen

Gleichzeitig rechnet der DBV in den nächsten Monaten mit einem Anstieg der Milchpreise um mehrere Cent. Anlass für die optimistische Einschätzung ist die Entwicklung der Börseneckdaten an der europäischen Börse Eurex in Frankfurt am Main, die Kontrakte für Butter- und Magermilchpulver handelt sowie des neuseeländischen Global Dairy Trade Tender. Damit käme die Preissteigerung nicht nur den Bauern in Deutschland zugute, profitieren würden die Milchbauern weltweit, prognostiziert der DBV. Die belebenden Impulse für den Markt gehen vor allem von der regeren Nachfrage nach Pulver, Käse, Butter und auch nach Frischmilch aus.

Folgart: Globale Marktausichten bleiben positiv

DBV-Milchpräsident Udo Folgart machte anlässlich der DBV-Präsidiumssitzung in Berlin deutlich, dass eine Erhöhung des Milchauszahlungspreises absolut geboten sei. Damit würden die Milchauszahlungspreise endlich der hohen Kostenbelastung der Milchviehbetriebe durch Futtermittel, Düngemittel und Energie gerecht.
Vor dem Hintergrund der aktuellen GAP-Diskussion machte Folgart noch einmal den Standpunkt des DBV deutlich, wonach Preissignale die besten Bestimmungsfaktoren für die einzelbetriebliche Mengensteuerung seien und nicht staatlich limitierte Festlegungen von Produktionsmengen. "Dass wir darüber hinaus ein funktionierendes Sicherheitsnetz benötigen, um Krisen zu beherrschen, widerspricht dem nicht", stellte Folgart klar.
Die positiven Preiserwartungen spiegeln sich auch im aktuellen DBV-Konjunkturbarometer Agrar wider. Seit dem Preistief Mitte 2012 werde die wirtschaftliche Situation der Futterbaubetriebe zunehmend besser eingeschätzt, zuletzt sogar mit steigender Tendenz.

Video: AMK in Berchtesgaden - außen laut, innen hart (Apr 2013)

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