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Milchproduktion

DeLaval: Nachhaltigkeit für Milchvieh und Landwirt

von , am
20.01.2012

Berlin - Milch nachhaltig zu produzieren - diesem Ziel hat sich die Firma DeLaval verschrieben - zum Wohl und Schutz von Mensch, Tier und Umwelt sowie für das rentable Bewirtschaften eines Milchviehbetriebes.

Für die genaue und schnelle Zitzenerkennung wird ein beweglicher, hydraulischer Roboterarm mit einem Laser und einem Bildverarbeitungssystem eingesetzt. © Martin
Während der Grünen Woche präsentiert sich DeLaval als Komplettanbieter für Milchprodukte auf dem ErlebnisBauernhof in Halle 3.2 beim Live-Melken. Auf einem Pressetermin stellten der Manager für CSR Reporting Mark Blake und Marketing Manager Dr. Markus Käck die Unternehmensinitiative zur nachhaltigen Milchwirtschaft vor. "Das Projekt ist einzigartig in unserer Sparte. Es basiert auf den vier miteinander verketteten Grundpfeilern: Umwelt, artgerechte Tierhaltung, soziale Verantwortung für Milchviehhalter und Mitarbeiter sowie Rentabilität des landwirtschaftlichen Betriebes", sagte Dr. Käck.
 
Ziel sei es, die Milchproduktion  und die Rentabilität des Betriebes sowie das Wohlbefinden von Mensch und Tier zu verbessern und gleichzeitig ressourcenschonend zu arbeiten. Erreicht werden diese Ziele durch den Einsatz intelligenter Technologien - zum automatischen Melken und Füttern sowie zur Steigerung des Wohlbefindens von Kühen und Kälbern.

Nachhaltiges Melken mit VMS

Mark Blake erklärte die Umsetzung der Initiative am Beispiel des automatischen Melksystems VMS (Voluntary Milking System, siehe Foto).  Die Kühe gehen selbständig zum Abmelken. Zitzenvorbereitung, Ansetzen der Melkbecher und anschließende Zitzendesinfektion werden per Roboter vorgenommen. Für die genaue und schnelle Zitzenerkennung wird ein beweglicher, hydraulischer Roboterarm mit einem Laser und einem Bildverarbeitungssystem eingesetzt. Die Daten für jedes Tier werden automatisch gespeichert. Über einen Sensorbildschirm kann sich der Milchviehhalter einen Überblick über die Anlage verschaffen. Es besteht die Option, das System per Laptop oder extern zu steuern.
 
"Die positiven Effekte des Systems für Mensch und Tier sind an mehreren Stellen offensichtlich", beschreibt Blake. "Durch die Automatisierung spart der Milchviehhalter 50 Prozent der täglichen Arbeitszeit für das Melken. Das Verletzungsrisiko des Tierhalters ist um sieben bis zwölf Mal geringer als bei der Arbeit im Melkstand. Das Unfallrisiko je Tier geht um etwa 40 Prozent zurück. Jede Zitze wird einzeln gereinigt, stimuliert, gemolken und getrocknet. Die Milch wird getrennt abgeführt. Durch die getrennte Milchanalyse kann bei möglichen Infektionen sofort festgestellt werden, welche Zitze befallen ist." Kuhkomfort werde dadurch geboten, dass die Melkbecher sich sofort lösen, sobald der Apparat keinen Milchfluss mehr misst. Das schone die Zitzen. Eine optimale Stimulierung der Zitzen führe zu höherem Milchfluss und kürzeren Melkzeiten bei höherer Milchleistung und besserer Rentabilität.

Reinigung ohne Chemie

"Das Plus für die Umwelt ist zum einen ein geringerer Strom- und Wasserverbrauch als bei anderen Systemen", so Blake. Zum anderen könne auf chemische Reinigungsmittel bei der Melkvorbereitung verzichtet werden. Die Zitzen werden mit einem Wasser-/Luftgemisch gereinigt: Über 24 Düsen wird Wasser in Kombination mit einem Vakuum eingespritzt. Die dadurch erzeugten Wirbel sorgen für eine ausreichende Vorreinigung. Insgesamt führt dies nach Angaben des Herstellers zu einer Kostenersparnis von 22 Prozent. Komfort für Mensch und Tier sei auch die Ruhe, die in einem Stall mit VMS vorherrscht. Es fehlen die Spitzenzeiten des Melkens und somit auch die Unruhe, die in den Melkzeiten auftritt. Das System ist mittlerweile in Deutschland über 1.500-fach im Einsatz und zwar sowohl in bäuerlichen Familienbetrieben als auch in einem größeren Lohnarbeitsbetrieb.

Tränkeautomat simuliert Mutterkuh

Dr. Käck stellte weitere Produkte und Systemlösungen des Unternehmens vor: "Eine arbeitssparende und gesunde Kälberaufzucht garantiert unser Tränkeautomat. 2/3 der Arbeitszeit bei Handaufzucht können Sie als Milchviehhalter einsparen und gleichzeitig die Qualität der Kälberversorgung enorm steigern." Die verabreichte Milch sei in ihren Eigenschaften der Mutterkuhmilch sehr ähnlich. Der Automat könne beispielsweise die Temperatur der Milch exakt halten, was bei der Handaufzucht nicht möglich sei. "Auch die Zusammensetzung der Milch wird per Automat genauer eingestellt als von Hand", unterstrich Dr. Käck. "Es ist nachgewiesen, dass die Ernährung, die den Kälbern in den ersten Lebensmonaten geboten wird, über die Leistungsfähigkeit als Milchkuh entscheidet. Das wiederum ist eine wichtige Stellschraube für die Rentabilität des Betriebes."

Massage steigert Tierwohl

Bestens bewährt habe sich auch die schwingende Kuhbürste SCB der Firma DeLaval. Die Bürste kann frei über Rücken, Kopf und Seitenpartien der Tiere schwingen. Wissenschaftlich erwiesen sei es, dass die Massage mit einer solchen Bürste, die die Tiere eigenständig nutzen, zu einer höheren Milchleistung führt. Außerdem treten dadurch weniger Eutererkrankungen auf. "So sind Tierwohl, Betriebsrentabilität und Ressourcenschonung erneut eng miteinander verzahnt", schließt Dr. Käck ab.
 
 

Video: Auftakt zur Grünen Woche in Berlin

 
 
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