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Blog Karina

Auf der Alm: Wenn die brave Resi zur Killerkuh wird

Selfie von Karina auf ihrer Alm
am Donnerstag, 08.07.2021 - 13:03 (Jetzt kommentieren)

Der Almauftrieb gehört zu Karinas liebsten Ereignissen im ganzen Jahr. Und doch überschattet es immer ein Gedanke: was, wenn es einen Zwischenfall mit Wanderern gibt?

Hallo ihr Lieben!

Der Sommer bedeutet für viele Landwirte Weidezeit. Ich freue mich jedes Jahr auf den Weideaustrieb und auch auf den Almauftrieb. Leider kommt es immer wieder zu Unfällen zwischen Wanderern und Rindern. 2014 schlug ein Unfall, bei dem im Tiroler Pinnistal eine Urlauberin getötet wurde, hohe Wellen (agrarheute berichtete). Und 2020 wurde der zivilrechtliche Streit zwischen Witwer und Landwirt in höchster Instanz entschieden. Das Urteil: Landwirt und Urlauberin wurden jeweils eine Teilschuld zugesprochen. Außerdem muss der Landwirt dem Witwer und dem Sohn insgesamt 78.000€ Schadenersatz und eine monatliche Rente zahlen.

Karinas Kühe auf der Alm

Das Urteil und die Höhe des Schadenersatzes hat mich und wahrscheinlich auch viele andere erschreckt. Viele Landwirte sind verunsichert und die ersten Wege (u.a. auf der Sommeralm) wurden bereits für Wanderer gesperrt. Auch wenn das Gericht betont, dass keine generelle Einzäunungspflicht für Wege besteht, wird befürchtet, dass mehr Urteile solcher Art folgen könnten.

Das Urteil wurde unter anderem damit begründet, dass der Landwirt um die Gefährlichkeit seiner Mutterkühe hätte wissen müssen. Aber können nur Mutterkühe gefährlich werden? Und kann man die Gefährlichkeit zweifelsfrei einschätzen?

Kühe auf der Alm wollen ihr Kalb verteidigen

Wenn ein Rind sich bedroht fühlt, dann wird es sich oder den Nachwuchs verteidigen wollen. Das Mitführen von Hunden erhöht das Risiko von heftigen Reaktionen der Herde. Mutterkühe sehen Hunde als Wölfe an und wollen verständlicherweise ihr Kalb verteidigen. Schließlich wissen sie nicht, dass der Hund schon seit Jahrhunderten brav an der Leine geht und es nicht auf ihre Kälber abgesehen hat….  Auch dass bei vielen Zwischenfällen mit Weidevieh Hunde im Spiel waren, verdeutlicht das nochmal. Bei Mutterkuhherden wird die Situation durch den Beschützerinstinkt der Tiere nochmal verschärft.  Allerdings würden sich auch Trockenstehende, Jungvieh, Milchkühe usw. verteidigen, wenn sie sich bedroht fühlen.  

Kuh mit Kalb auf der Alm

Ich war auch selbst bei einigen Zwischenfällen mit Hunden dabei, bei denen allerdings auch Kühe, die kein Kalb bei Fuß hatten, aggressiv auf einen Hund reagiert haben. Das hat mir auch nochmal vor Augen geführt, dass auch die liebste Kuh, die sonst keinem was zu leide tut, plötzlich aggressiv reagieren kann. So gesehen muss man immer mit eventuell aggressivem Verhalten von Rindern rechnen. Eine 100%ige Garantie, dass die alte Resi nix tut, gibt es nicht! Etwas kann 100 Mal gut gehen, doch beim 101. Mal passiert etwas. Rinder haben schließlich ihren eigenen Kopf, in den wir nicht hineinsehen können.

Manches Weidevieh ist schneller gereizt

Und auch wie wir Menschen sind manche Tiere schneller gereizt und reagieren auf verschiedene Reize unterschiedlich. Rinder sind ja nicht per se gefährlich. Aber wenn sie gereizt werden oder sich bedroht fühlen, kann die Situation ziemlich schnell ziemlich eskalieren. Deshalb sollte das Bewusstsein für den richtigen Umgang mit Weidevieh bei Wanderern noch stärker vermittelt werden. Und auch die Frage, ob der Hund nicht doch an einem anderen Platz besser aufgehoben wäre, als auf der Alm, sollte auch nochmal überdacht werden.

Wie steht ihr zu diesem Thema?

Eure Karina

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