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Zucht

Deutsche Holsteinrinder heiß begehrt

von , am
03.09.2013

Bonn - In Deutschland aufgezogene Zuchtrinder der Rasse Deutsche Holsteins waren auch im ersten Halbjahr 2013 sehr gefragt, vor allen in den EU-Nachbarländern. Darauf hat der Deutsche Holstein Verband (DHV) hingewiesen.

31,32 Millionen Tonnen Milch haben deutsche Milchbauern 2014/2015 an Molkereien geliefert. © Mühlhausen/landpixel
In den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden insgesamt 25.567 Zuchtrinder im Ausland verkauft; das waren rund 1 000 Stück mehr als im Vorjahreszeitraum, im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2011 jedoch ein Rückgang um rund 30 Prozent.
 
Der Anteil des Handels innerhalb der EU-27, der allein von 2011 auf 2012 um 10 Prozentpunkte auf 47 Prozent gestiegen war, blieb von Januar bis Juni 2013 mit 45 Prozent weiterhin hoch.

Gute Nachfrage aus EU-Nachbarländern

Aufgrund der relativ geringen gesundheitlichen Auswirkungen einer Infektion mit dem Schmallenberg-Virus (SBV) und der fast vollständigen Verbreitung dieses Erregers in Europa wurden laut DHV für den innergemeinschaftlichen Handel keine Handelsrestriktionen eingeführt.
 
Die Nachfrage innerhalb der EU blieb relativ stabil, vor allem in den benachbarten Ländern wie Großbritannien, Polen und Belgien. Bemerkenswert ist dem Verband zufolge die weiterhin abnehmende Bedeutung der Zuchtviehexporte Richtung Südeuropa, insbesondere nach Italien. Gründe dafür sind die schwierige Lage des italienischen Milchmarkts und die angespannte wirtschaftliche Situation in fast allen südeuropäischen Ländern.

Rückgänge in einigen Drittländern verzeichnet

Der stabile innergemeinschaftliche Handel hat sich dem DHV zufolge im ersten Halbjahr 2013 stützend auf die gesamte Exportsituation am Zuchtrindermarkt ausgewirkt. Exportrückgänge habe man dagegen in einigen Drittländern verzeichnet, vor allem aufgrund der dort vorherrschenden Befürchtungen in Bezug auf das Schmallenberg Virus und durch die zum Teil erlassenen Handelsrestriktionen.
Auch weiterhin sei ein im Vergleich zu den Vorjahren geringerer Anteil an Drittlandexporten festzustellen; diese zurückhaltende Nachfrage gelte es zu verbessern. Getragen werde der Drittlandmarkt derzeit durch Exporte in nordafrikanische Abnehmerländer, berichtete der DHV weiter.
 
Die langsame Wiederbelebung der Märkte in Algerien, Marokko und Ägypten gebe einen wesentlichen Impuls für die Exportwirtschaft. Mit etwas mehr als 11 200 Zuchtrindern hätten sich die Exporte in diese Regionen im Berichtszeitraum deutlich erholen können. Die aktuell schwierige politische Situation in Ägypten sei jedoch ein Beispiel dafür, dass es sich um Absatzmärkte handele, die aktuell im Umbruch seien.

Fehlender Marktzugang zu Russland und der Türkei kritisch

Wie der DHV mitteilte, ist der fehlende Marktzugang zu traditionellen Abnehmerländern wie Russland und der Türkei weiterhin kritisch. In Russland werde gerne auf das Schmallenberg-Virus zurückgegriffen, um handelspolitische Barrieren aufzubauen. Dagegen scheine sich in der Türkei aktuell die einheimische Rinderproduktion auch auf politischer Ebene durchzusetzen und den weiteren Import europäischer Zuchtrinder erfolgreich zu verhindern.
 
Generell sei der Exportmarkt derzeit durch Ankäufe auf relativ geringem Mengenniveau und durch nur wenige bedeutende Käuferländer gekennzeichnet, so der DHV. Gegenüber dem schwierigen Vorjahr sei bisher noch keine Verbesserung erkennbar. Ziel müsse es daher sein, die Nachfrage aus den nordafrikanischen Ländern zu bedienen und bisherige Drittlandabnehmer wieder zurückzugewinnen.
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