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Haltung und Mast

Deutsche Rindermäster wirtschaften mit hohen Kosten

von , am
17.11.2010

Hannover - Wo stehen die deutschen Rindermäster im weltweiten Vergleich? Die Global Player in der Rindfleischproduktion sind Brasilien, China, die EU und die USA. Deutschland nimmt den 11. Platz in der Weltproduktion ein.

Das Forum Rind befindet sich in Halle 13 © Serfling

Wie produktiv die einzelnen Länder sind, welche Kosten sie haben und unter welchen Bedingungen sie produzieren, analysierten Wissenschaftler des Johann Heinrich von Thünen Institut (vTI). 24 Länder nehmen mit für die Region typischen Rindermastbetrieben am internationalen Vergleich (agribenchmark) des vTI teil. Aus Deutschland sind unter anderem Betriebe aus Schleswig-Holstein und Bayern vertreten. Bei vergleichsweiser hoher Produktivität sind die Kosten der Deutschen Rindermäster doppelt bzw. dreimal höher als in Südamerika oder der Ukraine, erklärte Dr. Claus Deblitz vom vTI.

 

Geringere Kosten in Übersee

Die Kosten der Konkurrenz in Übersee würden mit 30 bis 60 Prozent unter denen der deutschen Mäster liegen. „Die Bedrohung“ durch Überseeimporte hänge aber auch bei bestehenden Kostenunterschieden von folgenden Faktoren ab:

  • ob in diesen Ländern Nettoexportmengen generiert werden können,
  • wie das Preisverhältnis zwischen europäischen und anderen Hochpreismärkten (v.a Asien) ist,
  • ob zusätzliche Produktionsmengen durch Flächenausdehnung oder Produktivitätssteigerungen erreicht werden können,
  • ob dafür Ackerland oder Grünland genutzt werden kann.

Rückgang der Produktion in Deutschland

Dr. Claus Deblitz vom vTI stellte die Ergebnisse des internationalen Vergleichs im Forum Rind (Halle 13) vor. In den letzten 10 Jahren sei ein deutlicher Rückgang der Rinderproduktion in Deutschland zu verzeichnen, da sie direkt an die Milchproduktion und an die Milchquote gekoppelt ist. Hinzu komme eine Bioengiepolitik, die den Wettbewerb zu ungunsten der Rindermäster verzerre, gab Claus Deblitz zu denken. (Anke Serfling)

Ausführliche Informationen über die Arbeit des vTI und zum Thema agribenchmark finden Sie im Internt unter www.agribenchmark.org

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