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Stallbau

Diese Kosten sollten Sie beim Stallbau einplanen

Stallbau-Milchviehstall-Stallplanung
am Mittwoch, 28.11.2018 - 16:00 (Jetzt kommentieren)

Das Konzept steht. Jetzt müssen die Zahlen auf den Tisch. Bei der Kostenkalkulation für den neuen Milchviehstall helfen Faustzahlen.

Knapp 10.000 Euro kostet ein Kuhplatz

Die unterschiedlichen Funktionsbereiche sind in der Planung eingezeichnet, nun muss Bilanz gezogen werden, was das alles am Ende kosten wird. Dabei können die Beträge je nach Region stark variieren.
So wurde im Rahmen einer Diplomarbeit der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen in Baden-Württemberg für 21 Stallbauten mit 46 bis 116 Stallplätzen Baukosten von etwa 4.000 bis 8.000 Euro brutto pro Kuhplatz ermittelt. Darin nicht enthalten waren die Kosten für Erschließung, Außenanlagen und Baunebenkosten. Die folgende Kostenkalkulation bezieht sich auf die Region Weser-Ems.
Doch wie setzen sich die Kosten zusammen und mit welchen Faustzahlen lässt sich das Bauvorhaben grob kalkulieren? Fangen wir zunächst beim Stahlrahmen an. Er kostet nach Angaben der Niedersächsischen Landgesellschaft bei einer Breite von 20 m knapp 5.500 Euro. Ein Oberbau aus Holz mit Dacheindeckung aus Faserzement-Wellplatten kostet pro Kubikmeter etwa 22 Euro.
Der Preis pro Kuhplatz im Boxenlaufstall beträgt knapp 4.700 Euro. Bei der kalkulierten Summe sind lediglich die Gebäudekosten auf den einzelnen Tierplatz umgerechnet worden. Die Kosten für das technische Equipment, wie die Melktechnik, kommen noch hinzu. Dafür können noch einmal 5.300 Euro eingeplant werden. Zusammengerechnet macht das 10.000 Euro pro Kuh und Liegeplatz. Mit steigender Tierzahl verringert sich der Betrag. Die Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft kalkuliert ebenfalls etwa 10.000 Euro brutto pro Kuhplatz bei Neubauten ohne Gülle- und Futterlager. Darin sind die Investitionen in Gebäude und Technik inklusive der Baunebenkosten enthalten. Bei einem Milchviehstall ohne Jungviehseite sind es knapp 1.000 Euro weniger pro Platz.

Die Kleinbeträge nicht vergessen

Neben den großen Posten müssen bei der Kalkulation auch die kleineren Beträge eingeplant werden. So belaufen sich die Kosten für die Stalleinrichtung, wie Boxen,Matratzen, Fressgitter oder Tränken, auf circa 500 Euro pro Kuh.
Der Platzbedarf für die Tiere ist ein wichtiger Kostenfaktor im Stallbau. Zugleich stellt er aber auch einen Zielkonflikt zwischen Tierschutz, Baukosten und Emissionen dar. Ein größeres Platzangebot kann potenziell die Leistung und die Tiergesundheit verbessern, was sich wiederum positiv auf die Wirtschaftlichkeit auswirken kann. Jedoch setzt es höhere Investitionen in den Stallbau voraus. Wichtig hierbei ist, dass sich die Mehrkosten für den Stallbau durch einen höheren Milchertrag decken lassen.
Zu den Kosten für den Fress- und Liegebereich lassen sich noch rund 20 Euro pro Kuh für die Wasserleitungen berechnen. Und je 150 Euro sind für Elektroinstallationen im Boxenlaufstall und im Melkstand hinzufügen. Zunehmend werden LEDs eingesetzt. Für den Kubikmeter Gülle im Güllehochbehälter werden rund 43 Euro fällig. Darin sind aber nur die Kosten für die Erdarbeiten und den Entnahmeplatz enthalten. Für einen Güllekeller können die Kosten zwischen 135 und 150 Euro/m³ variieren. Die Höhe richtet sich nach dem Lagervolumen: Je größer der umbaute Raum, umso geringer der Preis.

Fazit Stallbaukosten

Etwa 10.000 Euro kostet der Kuhplatz bei einem Neubau. Gelingt es, die Kosten pro Stallplatz um 1.000 Euro zu reduzieren, ohne an Funktionalität oder Arbeitseffizienz zu verlieren, wird die Milcherzeugung nach Angaben der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft rund 1 Cent/kg Milch günstiger. Doch der Gesamterfolg, hängt von der durchdachten Planung, den Baukosten, der professionellen baulichen Umsetzung und der täglichen Betriebsführung ab.

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