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Milchproduktion

dlz-Roadtrip: Milchqoute weg, das machen die Nachbrarn

Markus Pahlke, dlz primus Rind
am
23.10.2015

Wie haben sich die belgischen Nachbarn auf die Zeit ohne Milchquote vorbereitet? Die dlz-Redakteure haben Milchbauern in Belgien besucht und zeigen, wie die Betriebe heute ohne Quote wirtschaften.

Während ihres Roadtrips durch Europa haben Redakteure des dlz agrarmagazins Landwirte in den Beneluxländern und Frankreich besucht. Wie die niederländischen Milchviehhalter mit dem Quotenende umgehen, haben Sie bereits erfahren. Für den zweiten Teil sind die Kollegen von der dlz nach Belgien gereist, und haben dort Milchviehbetriebe besucht.

1. Familienbetrieb Geraerts braucht 31 Cent je Liter zur Kostendeckung

Die Familie Geraerts hat vor zwei Jahren mit dem Bau eines neuen Boxenlaufstalls für 200 Kühe begonnen. Rund 980.000 Euro hat die Familie in den neuen Stall investiert. Derzeit sind sie dran, die rot-bunte Herde weiter aufzustocken. Das Ziel der Familie ist mehr Milch. Angepeilt wird die Marke von 9.000 kg je Tier und Jahr.
 
Die Melkarbeit erledigen zwei Personen täglich zweimal im 26er-Karussell. Eine Stunde 40 Minuten werden für das Melken der rund 160 Kühe benötigt. "Durch das Quotenende erwarte ich eine noch härtere Konkurrenz. Aber die Besten werden gewinnen und wir versuchen die Besten zu sein", sagt der 27-jährige Sohn der Familie Gert Geraerts. "Wir brauchen rund 31 Cent/l, um unsere Kosten ohne die Arbeit zu decken."

2. Familienbetrieb op‘t Roodt setzt sich Zielmarke von 3 Mio. l Milch

Bei Familie op't Roodt liegen die Erzeugungskosten rund 6 Cent niedriger als bei den Geraerts und auch hier ist die Arbeit nicht mit eingerechnet. Den Stall mit 225 Liegeplätzen hat die Familie 2009 gebaut. Der Stall ist so ausgelegt, dass die Arbeit morgens und abends in rund einer Stunde erledigt ist. Dazu trägt zum einen das Melken mit dem Roboter bei und zum anderen die Einstreu in den Liegeboxen: Sand. 
 
"In den letzten fünf Jahren ist unsere Milchproduktion jedes Jahr um rund 200.000 kg gewachsen. Doch wir standen immer etwas auf der Bremse, weil wir nicht zu viel Superabgabe zahlen wollten", sagt der Sohn der Familie. Inzwischen liegt die Milcherzeugung bei 2,8 Mio. l Milch und damit fast bei der Zielmarke von 3 Mio. l Milch.
 

3. Familienbetrieb Geiben ermelkt 31,4 l je Kuh und Tag

Der Betrieb von Familie Geiben liegt in Burg Reuland. 200 Kühe stehen auf dem Betrieb. Zwei Roboter melken 140 Kühe. Weitere 40 werden in einem 2 mal 3 Autotandem-Melkstand gemolken. Der Betrieb ist organisch gewachsen: Der Boxenlaufstall wird 1989 gebaut, 1991 kommt der Rinderstall hinzu. 2009 beginnen Geibens mit dem Anbau des Roboterstalls.
 
Die Technik wird 2010 eingebaut und die Herde ohne Zukauf entsprechend erweitert. 1,65 Mio. l Milch hat der Betrieb im letzten Jahr abgeliefert und in diesem Jahr soll es ähnlich viel geben. Rund 1,44 Mio. l ermelken dabei die zwei Roboter. Die durchschnittliche Milchmenge je Kuh und Tag liegt bei 31,4 l. Die Besuchshäufigkeit schwankt zwischen 2,7 und 3,1.
 
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