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Milchkrise

Edeka sichert regionalen Erzeugern Milchpreis-Garantie zu

Milchpreis: Risiko praktikabel managen
dpa/Katharina Krenn/agrarheute
am
27.04.2016

Edeka Süd will angesichts der Milchkrise seinen regionalen Erzeugern eine Preisgarantie bei Milch zusichern. Gleichzeitig weist der Handelsverband eine Verantwortung für den Preisdruck von sich.

Der Lebensmittelhändler Edeka Südwest hat seinen Landwirten einen Garantiepreis bei Milchprodukten zugesichert. Das Unternehmen reagiere damit auf den Preisverfall bei Molkereiprodukten, sagte Geschäftsführer Rudolf Matkovic in Offenburg der Deutschen Presse-Agentur. Edeka Südwest werde die Zahlungen für regionale Markenprodukte der Molkereien in seinem Absatzgebiet unverändert lassen. Davon profitierten die örtlichen Landwirte, heißt es von Unternehmensseite.

Keine konkreten Zahlen

"Wir stehen zu unserer Verantwortung und setzen mit der Entscheidung, die Preise unverändert zu lassen, ein Zeichen", sagte Matkovic, ohne Zahlen zu nennen. In den Verhandlungen mit den Molkereien bestehe Edeka Südwest darauf, dass die Erlöse der gleichbleibenden Einkaufspreise an die Landwirte weitergegeben werden. Dies sei ein Signal an die Lebensmittelbranche zum Erhalt regionaler Milchkuhhaltung. Die Aktion laufe zunächst zeitlich unbefristet.

 

Handelsverband: "Markt macht die Preise"

Gleichzeitig wies der Handelsverband Deutschland eine Verantwortung für die niedrigen Preise von sich. "Wer Supermärkte und Discounter verantwortlich macht, redet am Thema vorbei: Die Preisbildung für Milch und Fleisch erfolgt auf dem Weltmarkt", sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland, Stefan Genth, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" am Dienstag. Die niedrigen Preise seien die Folge einer verfehlten Agrarpolitik, die ausschließlich darauf gesetzt habe, mehr zu produzieren. Der Handel könne die Misere nicht lösen, sagte Genth. "Selbst wenn wir den Milchpreis um 20 Cent raufsetzen, wird das den Bauern nicht helfen."

Düstere Aussichten beim Milchpreis

Eine Hiobsbotschaft veröffentlichte letzte Woche die Lebensmittelzeitung als sie die Ergebnisse der aktuellen Milchpreisverhandlungen zwischen Molkereien und Handel bekannt gab.  Demnach soll es bei der Milch Preissenkungen von bis zu 10 Cent je Liter geben.

Der niedrige Milchpreis beschäftigt inzwischen sogar das Bundeskartellamt. Die Wettbewerbsbehörde geht dem Verdacht nach, ob die Milchbauern durch die in der Branche üblichen langfristigen und umfassenden Verträge mit den Molkereien in ihrer Wettbewerbsfreiheit eingeschränkt werden und der Markt so gegen neue Molkereien abgeschottet wird. Mehr dazu lesen sie hier.

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